Make: Vom Glück des Selbermachens

Mit künstlicher Intelligenz verändert sich vieles, was bislang nur mit menschlicher Kreativität realisierbar war. Was passiert mit Kunst und Kultur, wenn GenAI ihre Wahrnehmung radikal vereinnahmt? Wenn alle unterstellen, dass sowieso alles nur noch maschinengeneriert ist, ob es sich dabei um Texte handelt, um Musik, um Bilder oder Illustrationen? Entwertet das Kultur - oder werden wir nach anfänglicher Irritation Unterscheidungen finden, feine Abstufungen zwischen wertlosem AI-Slop, kreativem Remix und echter Kunst? Maschinen sind nur Werkzeuge. Sie verstärken lediglich den Kern unserer Gesellschaftserzählung: Geld. Alles, was geschieht, wird auf ökonomischen Nutzen und monetäre Verwertbarkeit überprüft und daran gemessen. Oft ging es auch vor GenAI nicht um Kunst, sondern um ihren Wert und ihre Vermarktbarkeit. Dies ist ein Appell, selbst Schönes zu schaffen. Wir können als kulturschaffende Spezies nur überleben, wenn wir nicht alles am monetären Nutzen messen. Im kreativen Schaffen erlebt sich der Mensch als handelndes freies Wesen, nicht nur als vollziehende Instanz seelenloser Steigerungslogiken.