Diese Bilder sind keine Fotos. Sie sind KI-generiert. Sie entstanden Anfang 2024, aus Neugierde und Experimentierfreude. Die Bierbauch-Variante (lustig!) ist ebenso Fake wie der Heroin-Chic mit Tattoos. Was passiert mit Wahrnehmung und Vertrauen, wenn Wirklichkeit so einfach zu fälschen ist? (nicht lustig!)

Diese kleine Visualisierung meiner beruflichen Vita (Stand Dezember 2025) ist ein Beispiel, was KI-Tools mittlerweile leisten - und was nicht: Aus meinem LinkedIn-Profil hat das Tool eine ansprechende Infografik gemacht, eine richtige Journey, viel plakativer als ein formaler Lebenslauf. Die Typo lässt allerdings einiges zu wünschen übrig - und man erkennt auch, dass das Tool null "versteht", was es da visualisiert (es fehlt jede Einordnung oder Gewichtung). Die aktuellen Schwächen von KI-Lösungen sind hier deutlich sichtbar - das Ergebnis kaum mehr als eine Spielerei. Für eine Bewerbung ließe sich das so jedenfalls nicht verwenden. "Good enough"? Nein, finde ich - fürs Marketing von snipki.de ja - für den Einsatz des Ergebnisses nein. Mehr über meine beruflichen Stationen findest du auf meinem LinkedIn-Profil.

Courage is knowing it might hurt and doing it anyway. Stupidity is the same. That's why life is hard.


Je älter du wirst (ich bin Jahrgang 1965), desto eher wirst du nicht bereuen, was du getan hast. Sondern was du nicht getan hast. Wirst du am Ende sagen können, es war nicht alles perfekt, aber mein Leben war gut genug? Für mich war es ein weiter Weg allein bis zu dieser Frage. Keiner hat dem abenteuerlustigen, auf die weite Welt so neugierigen Jungen erklärt, dass er selbst es ist, der entscheidet, ob er ein freier Mensch sein will. Dass Angst und Ungewissheit Zeichen dafür sind, dass die Zukunft offen ist, gestaltbar. Dass alles möglich ist, wenn nichts sicher ist, und warum das ein Geschenk ist. Dass du deine Ängste nicht füttern darfst, indem du ihnen nachgibst, dass du Angst nur in der Gefahr zu überwinden lernst, nicht indem du ihr ausweichst, sondern mitten hindurch gehst. Wie wunderbar frei und glücklich es macht, Dinge zu tun, vor denen du dich fürchtest. Dass Angst nicht den Tod verhindert, sondern das Leben. Niemand hat mir das erklärt. Die Schule nicht, die Familie nicht, die Gesellschaft nicht. Sie predigten Sicherheit, stets mit den allerbesten Absichten, doch was bei mir ankam, waren nicht die gut gemeinten Ratschläge, sondern über Jahre kultivierte Denkfallen, ungelebte Träume, innere Zwänge, vor allem aber dieser seltsame Unterton von Verzagtheit. Sie konnten jederzeit sagen, was zu erledigen war - aber nicht, wofür sie leben wollten.


Je besser du das Leben verstehst, desto weniger abhängig wirst du vom Außen


Natürlich bin ich nicht Derselbe geblieben, der ich vor 20, 30 oder 40 Jahren war. Niemand bleibt ein Leben lang in seiner Sturm-und-Drang-Phase. Zu den Widersprüchlichkeiten des Lebens gehört, dass neben all den Sehnsuchtsorten da draußen in der weiten Welt noch ein anderer existiert: ein Zuhause. Eine Familie, ein bürgerliches Leben, ein innerer Ruhepunkt. Bei näherer Betrachtung ist es gar kein Widerspruch, es handelt sich einfach um zwei verschiedene Punkte auf dem Zeitstrahl der eigenen Entwicklung. Für Rebellen unter 30 ist natürlich bereits die Vorstellung vom Rasenmähen im eigenen Garten akuter Anlass, umgehend die Flucht zu ergreifen. So gesehen müsste ich diese Webseite längst mal wieder neu machen: Sie zeichnet ein Bild, das von der Gegenwart abweicht. Sie führt auch deswegen in die Irre, weil hier nicht zu erkennen ist, welche Menschen mir wirklich wichtig sind. Mit voller Absicht.


Diese Webseite hilft mir beim Erinnern, beim Reflektieren. Ziel sind nicht die Texte hier, sondern der Prozess des Aufschreibens. Schreiben hilft beim Denken. Es geht hier nicht um Sichtbarkeit, nicht um Reichweite, Bestätigung, Resonanz, nicht darum, etwas zu verkaufen oder um eine Mission. Je besser du das Leben verstehst, desto weniger abhängig wirst du vom Außen. Du brauchst keine Aufmerksamkeit mehr, um dich daran festzuhalten. Du hörst auf, dich permanent zu vergleichen, brauchst keine Statussymbole mehr, keine dauernde Bestätigung, keine Likes. Du kannst selbst für andere da sein, sie stärken, ermutigen, ihnen das vermitteln und vorleben, was dir niemand erklärt hat. Deinen Kinder zum Beispiel.


Wenn alle auf der Bühne stehen, verliert die Bühne ihren Sinn


Wilde Natur, Fahrräder und Berge bleiben meine Leidenschaft, Kommunikation seit über 30 Jahren mein Metier. Das ist mühsam geworden. Medien werden durch die algorithmengesteuerte Aufmerksamkeitsökonomie zunehmend zu "systemisch verdorbenen Räumen". Das Drama spielt zwischen jenen, denen dies bewusst ist, und die es für sich nutzen und jenen, denen es nicht bewusst ist. Mit Vorsatz in alle Kanäle gepresste Gülle führt zu einer Wirklichkeitsverwirrung babylonischen Ausmaßes. Was ein Feindbild liefert, eine Absicht, einen Konflikt und dramatische Bilder, drängt sich kognitiv nach vorn. Diffuse, langsam eskalierende Risiken hingegen verlieren an Aufmerksamkeit, selbst wenn ihre langfristigen Folgen katastrophal sind. Nicht die wichtigsten Themen dominieren unser Denken, sondern das medial Gegenwärtigste. Gefühlte Unmittelbarkeit wird wichtiger als objektive Bedeutung. Während der Brain Fog zunimmt, laufen endliche Ressourcen ab: Konzentration, mentale Gesundheit, Gestaltungskraft und vor allem - Lebenszeit.


Das Wesen des Seins steckt zwischen allen Zahlen


In diesem Nullsummenspiel gewinnen - auf Kosten aller anderen - ausschließlich die wenigen monopolistischen Betreiber der kommunikativen "Alarmarchitekturen", der invasiven Technologien, Distributionsnetzwerke, Ökosysteme und Plattformen mit offenkundig süchtigmachenden Mechanismen. Es spielt keine Rolle mehr, was gesagt wird, nur noch die Erregungswelle zählt, die Wirkung, Funktion, das Messbare, Verwertbare. Aufmerksamkeit, die dir vermeintlich zuteil wird, entpuppt sich als maschinengeneriertes Akquisegeschrei, Spam oder Scam. Zahlen, Metriken, Maschinenlogiken, ja oder nein, null oder eins. Aber die Wirklichkeit ist nicht Null oder Eins. Das wahre Wesen des Seins steckt zwischen allen Zahlen. Künstliche Intelligenz kann wahrscheinlich tatsächlich "denken", auf eine alienhafte Weise, die sich dem menschlichen Verstehen entzieht, etwa so wie es Menschen mit ihrem begrenzten Zeit- und Sinneshorizont nicht möglich ist, einen Baum zu "verstehen". Oder einen Maulwurf.


An ein Bewusstsein bei AI glaube ich nicht. "Weil sie keine Gänsehaut bekommt". Ihr fehlt die affektiv analoge Dimension, die Ergriffenheit, ihr eigenes In-der-Welt-Sein, überhaupt etwas wirklich zu fühlen. Wer den Geruch eines frisch gemähten Rasens nicht kennt oder den Geruch von Schneefall in der Luft an einem grauen Januarmorgen, wer niemals glühend verliebt war und nie Liebeskummer hatte, mag alle Texte darüber gelesen haben, weiß aber trotzdem nichts über das Leben. Ceci n'est pas une pipe. Echte Vernetzung hat zweifellos einen Wert, Übervernetzung zerstört. Nebenbemerkung: GenAI ist ein tolles Werkzeug, ich bin fasziniert davon und umarme die neuen Möglichkeiten. Aber ich bin weit davon entfernt, der Religion der Tech-Bros zu verfallen, die in AI offenbar so etwas sehen wie einen Heilsbringer, einen elektrischen Messias, der die Menschen von der Last der Welt erlöst. Möglicherweise ist GenAI tatsächlich mächtiger als das Feuer, und vielleicht werden die Götter Prometheus dafür wieder an einen Felsen schmieden. Möglicherweise wiederholt sich die alttestamentarische Strafe für die menschliche Hybris ja sowieso gerade, die bereits erwähnte Wirklichkeitsverwirrung babylonischen Ausmaßes.


Bleib in Bewegung, dann bleibst du in Balance


Ich biete reiche Marketing- und Kommunikationserfahrung (die nach immer kürzerer Zeit nichts mehr wert ist) liebe digitale und technische Themen und alles rund um die Gesundheit. Veränderung habe ich nie als Bedrohung empfunden, immer als Einladung, Neues zu entdecken, zu lernen, in Bewegung zu bleiben. Hoffnung bedeutet, nicht zu wissen wie die Zukunft wird und trotzdem daran zu glauben, dass sich da etwas wird machen lassen. Und einfach zu machen. Zuversicht schreit nicht, sie murmelt leise: morgen versuche ich es wieder. Was ist jetzt möglich, was gerade noch unmöglich war? Es ist wie beim Radfahren: Bleib in Bewegung, dann bleibst du in Balance. Du darfst schwach sein, zweifeln, zögern, jammern, fluchen, straucheln, stürzen, scheitern. Es spielt keine Rolle, wie langsam du gehst, so lange du nicht stehen bleibst.


Falls du mehr über mich wissen möchtest: Lass uns irgendwo auf einen Kaffee treffen. Ein gutes Gespräch ist durch nichts zu ersetzen. Heute weniger als je zuvor.


Hollereiduliöh