Fehlt: Apple Watch mit Polar-Software

Ja genau Polar, der Sportuhrenhersteller. Polar hat viel mehr Erfahrung mit ernstzunehmender herzfrequenzbasierender Trainingsmessung und -analyse. Apple hat dafür die bessere Plattform bzw. Hardware. Dafür ist sämtliche Software von Apple rund um Gesundheit, Sport und Training lächerlicher Schrott. Sorry Apple, das könnt ihr nicht – bzw.: Ihr interessiert Euch offenkundig nicht für Sportler.

„Entwickelt für den Durchschnittsamerikaner“ bedeutet: „Bitte nicht in Gruppen auf die Waage steigen“. Und: „Hey, wenn du dich 8.000 Schritte am Tag zu Fuß irgendwo hingeschleppt hast, bist du für uns ein Held. Aber übernimm dich nicht!“. Keine Tagesformanalyse, die App erwartet mit algorithmischer Monotonie eine maschinenähnliche „Leistung“ an jedem Tag der Woche, ohne Trainigspausen, und vergibt für diesen Schwachsinn unterschiedliche „Pokale“. Das ist kein strukturiertes Entwicklungsprogramm, das ist einfach nur Kalorienzählen nach dem Prinzip „Trash Miles“.

Obwohl die Apple Watch mit der Pulsmessung am Handgelenk jede Möglichkeit hätte, auf der individuellen Tagesform basierende Belastungsempfehlungen zu geben und das Tagesziel also tagesformabhängig zu variieren, Ruhetage zu empfehlen, richtig zu coachen, angepasst an das jeweilige individuelle Können. So wie Polar das beherrscht. Dafür misst Apple, ob man pro Stunde mindestens zwei Minuten am Stück auf den Beinen war und wertet das ab zwölf Tagesstunden als eins von drei sinnvollen Bewegungszielen. Na gut.

Wäre ich Polar, würde ich eine Software für die Apple Watch entwickeln

Wenn ich Polar wäre, würde ich versuchen, eine Trainings-App für die Apple Watch zu bringen und damit Geld zu verdienen: Ich wäre bereit, für diese Software fast so viel zu bezahlen wie für eine mittlere Polar, also um 150 Euro. Aber Polar will eigene Hardware verkaufen und am liebsten auch die Kunden in der eigenen Community halten. Liebe Polars, so sehr ich Euch schätze: Vergesst es einfach – und passt auf, dass Ihr nicht beim Versuch wegsterbt!

Apple Watch crushed

Wird nicht repariert: Dieses Glas ist – anders als beim iPhone – nicht ersetzbar. Du musst die ganze Uhr einschicken, und dann machen sie dir einen Preis für ne neue.

Aktuelle Alternative: Die Apple Watch mit App von Strava. Aber was rede ich: Meine Watch hat was abgekriegt. Am Handgelenk zerballert, Armband ist gleich mit gerissen. Die neue kriegt ein Shock-Gehäuse, sicherheitshalber, und am Berg kommt sie in die Tasche (eine Uhr stört beim Klettern, kann sich verhaken, verkratzt und ist am Berg mehr Sicherheitsrisiko als Hilfe).


4 Kommentare
  1. Ilja Knezovic

    März 18th, 2018 16:26

    Vielleicht bist du eine Nische...
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    • Hartmut Ulrich

      März 18th, 2018 16:29

      Absolut - wobei es Polar schafft, auch im Lifestyle- und Breitensportbereich weitaus sinnvolleres herzfrequenzbasierendes Coaching anzubieten als Apple. Nur hat Polar leider nicht die Plattform wie Apple. So wie sich seinerzeit Microsoft Windows durchgesetzt hat - obwohl eigentlich klar war, dass Apple das bessere Betriebssystem hatte...
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  2. Ilja Knezovic

    März 18th, 2018 16:30

    oder vhs vs umatic ich kann als analog Uhren Träger dem werte seines Körpers in der links Kurve bei Minute 14 total egal sind sowieso nicht mitreden. Ich halte aber auch grundsätzlich nichts von diesem ganzen Körper sensorik „Kram“ - Pardon.
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    • Hartmut Ulrich

      März 18th, 2018 16:31

      Klar, das ist ne Haltungsfrage, und die ist unbedingt zu akzeptieren: Ob man sich gezielt verbessern will - oder ob einem das egal ist. Es gibt aber eine Menge Leute, die sehr viel Geld für Trainings-Coaching ausgeben, die sich also offenbar schon verbessern wollen. Ohne Hilfe überlasten die sich häufig, weil sie das richtige Maß nicht kennen und nicht ihrem Entwicklungsstand angemessen trainieren, meistens übermotiviert und viel zu hart. Klassiker: Untrainiert eine halbe Stunde Vollgas beim Jogging und dann eine Woche kaum Gehen können, weil total übersäuert. Die technischen Möglichkeiten einer Hardware wie der Polar Watch ermöglichen ein algorithmisches Coaching, das sehr gezielte und kontrollierte Entwicklungsreize ermöglicht - ganz egal wie fit ich bin - und kostenlos, wenn ich die Uhr und die Ziele erst mal auf mich angepasst habe. Das finde ich hochspannend, wenn die Uhr mir sagen kann: Hey, deine Werte verraten mir, dass du ganz offenbar mal wieder zu viel gemacht hast, heute mal einen Ruhetag, Alter! Was Apple macht, ist hingegen „Nudging“, also Couch Potatoes mit beharrlichem Anstupsen zu etwas mehr Bewegung zu bringen. Das ist anfangs vielleicht ganz sinnvoll, führt aber zu nichts, weil es früher oder später nervt. Für mich sowieso uninteressant.
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