Links: Sprache lebt. Kulturpessimisten aber haben mal wieder einen neuen Grund: das böse, böse Internet.
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“Durch das Internet schreiben wir mehr als zuvor. Wirkt sich das auf unseren Stil und die Textqualität aus? Wissenschaftler sind sich uneins”
Tierquälerei
Nachrichtenquallen sind mitunter reichlich undurchsichtig.
Telefanten sind wesentlich mobiler als Gehparden.
Der Bravian würde nie seinen Käfig verlassen (Darüber kann die Fluchtfliege nur lachen).
Das Bleichhörchen fühlt sich heute nicht besonders – aber immer noch besser als das Leichhörnchen.
Die Antiloben sind immer so negativ.
Gieraffen turnen bevorzugt in oberen Etagen und kriegen nur selten den Hals voll.
Explodiert ein Gashüpfer (zerspringt ein Glashüpfer).
Die Katze entwickelt erstaunliche Panthersie.
Kommt n Kamehl zum Bäcker.
Das Drohmedar und die Drohsophila können überhaupt nicht miteinander (die Drohne aber auch nicht).
Die Termieten sind leider zu hoch.
Erstassoziativtheater
Eindringlich raunt mir der Geist der Highspeed-Zeitalters zu: Das Wesen von Blogs bestünde im Erstassoziativen, im Spontanen, Unperfekten – und nicht im Feilen oder gar im nachträglichen Ändern. Ich möge künftig bitte unplugged von mir geben, was meine grauen Windungen delirierten und dabei um Himmels Willen nicht zu selbstkritisch vorgehen, zu grüblerisch oder gar zweiflerisch.
Ich schaue dem Geist freundlich ins Gesicht und sage, ich sei ein langsamer Typ in einem schnellen Geschäft, so einfach sei das nicht. Und er könne sich seine Regeln sonstwohin. Das irritiert ihn sichtbar, denn der Geist der beschleunigenden Kultur ist Widerspruch nicht gewohnt. Wieso das nicht so einfach sei. Weil unplugged vielleicht bei Gitarren ein Zeichen sei für Können und Authentizität, sonst aber seltener, und weil man sich oft nur durch geduldiges Feilen zum Kern dessen vorarbeiten könne, was sich zwar schnell und einfach denke – was aber nur mit Mühe zur Sprache zu bringen sei. Und weil ich mir das Vergnügen nicht nehmen lassen wolle darüber nachzudenken, ob es richtig sei zu sagen “ich bin Widerspruch gewohnt” oder “ich bin Widerspruch gewöhnt”. Und ob es “richtig sei zu sagen” oder “richtiger sei zu sagen” heiße.
Der Geist der Atemlosigkeit schaut mich entgeistert an. Dabei haben wir noch gar nicht über Gestaltung gesprochen. Wir werden noch viel Spaß haben miteinander.