Posts Tagged ‘PR’

Links: Kommunikation ist so schwer, weil es so viele Experten gibt

  • Wer kennt nicht die kräftezehrenden Diskussionen darüber, wie der eigene Unternehmensauftritt im Internet zu bewerten sei und wie er auszusehen habe? Möglicherweise ist die Antwort auf diese Fragen weitaus weniger ausschlaggebend als eine Reihe anderer Maßnahmen, die sich auf die Online-Reputation eines Unternehmens auswirken. Bastian Scherbeck hat sich dazu auf “Digital Conversation” ein paar kluge Gedanken gemacht
  • Thomas Voigt war selbst lange Journalist (unter anderem Chefredakteur beim Werbefachblatt “Horizont” und vom Wirtschaftsmagazin für den Mittelstand “Impulse”). Nach diversen Stationen ist er heute Kommunikationschef von Otto – und kennt sowohl die werbefachliche Seite, die Sicht des Managements im Unternehmen wie auch die journalistische. Diese Kenntnis aller drei Welten ist ein entscheidender Vorteil in der aktuellen Social-Media-Diskussion: Was er in diesem exzellenten Interview von Ulrike Langer in medium magazin über den Wandel der Unternehmenskommunikation sagt, tut deswegen so unendlich gut, weil endlich mal einer klar und deutlich ausspricht, wozu ein ganzes Heer überambitionierter sog. Social-Media-Experten nicht imstande ist. Viele von ihnen sind einfach zu jung, kennen nur die technikaffine Sicht des Early-Adopters und haben keinerlei Erfahrung damit, wie Manager ticken. Thomas Voigt schon. Exzellentes Stück!

Links: Direkt aus dem Leben (der Weltmeister im erklären, warum etwas nicht funktionieren wird)


Links: Statt jeder Menge Pannen mal ein positiver Ansatz


Links: Muss man mit Unternehmen befreundet sein? – Das Internet produziert viel Dreck, unter dem Strich aber wächst die Qualität relevanter Beiträge

  • Interessante Diskussion unter PR-Experten auf dem Weblog massenpublikum.de, ob es überhaupt sinnvolle Social-Media-Kampagnen geben kann, wenn ja, was 2009 positive oder native Beispiele gewesen sein könnten, und ob die Kommunikationsaktivitäten von Unternehmen im Netz auch dann immer persönlich und verbindlich sein können bzw. müssen, obwohl eindeutige Verkaufsziele dahinter stehen.
  • “Die Medienlandschaft des Internets öffnet den Qualitätswettbewerb für Alle. Der Netz-Effekt: Mehr gute Inhalte. Genau das ist das Problem der Medienunternehmen, die zuviel Durchschnitt produzieren.” Eine brillante Analyse vom US-Medienexperten Umair Haque auf CARTA (auf Deutsch), nicht unbedingt neu aber angesichts der jüngsten Debatten um das Leistungsrecht auf jeden Fall lesenswert. Grundidee des Beitrags ist der Vergleich von Medienangeboten mit Wein (gute journalistische Inhalte) und Wasser (fade Beimischung), und was das Internet für diesen “Getränkehandel” bedeutet. “Im Netz sind die neuen schlechten Angebote nicht dramatisch schlechter als die in den klassischen Medien, aber die guten sind um einiges besser. In einer offenen Medienlandschaft gibt es daher im Endeffekt – mehr Qualität.”

Links: Zielgruppenscheren über den einen Kamm – Die Wellenreiter des Hype – Google Wave für frühe Vögel

  • Jörg Wittkewitz befasst sich auf seinem Blog digitalpublic.de differenziert mit der Frage, wer die eigentlich sind, diese Generation Internet. Und natürlich ist die Wahrheit weitaus komplexer als es irgendwelche plakativen Vereinfachungen suggerieren. Das Internet und diejenigen, die sich dort zuhause fühlen, ist nicht mehr oder weniger zu vereinfachen als Gesellschaft generell.
  • Der US-PR-Berater Brian Solis macht sich lustig über den Beraterhype, den Social Media ausgelöst haben. Er belächelt das Heer sog. Experten, die in Wirklichkeit oft kaum mehr sind als Glücksritter mit neuem Geschäftsmodell, und die sich nun “Consultants” nennen. Er sinniert darüber, dass Social-Media-Expertise bei den echten Profis mittlerweile schon fast als Negativvotum gilt. Ein interessantes Stück darüber, was passiert, wenn Hypes sich zu überdehnen beginnen und die unweigerliche Ernüchterung eintritt (ohne die Bedeutung des Themas an sich in Frage zu stellen).
  • Google Wave hat bereits mit der ersten Vorstellung Wellen geschlagen. Marcel Weiss schlägt auf netzwertig.com aus der Fülle der Online-Beiträge drei besonders lesenswerte vor, die den aktuellen Status aufgreifen und das Potenzial umreißen.

Das muss alles weg. Alles neu. Alles anders. Oder so.

Ein paar recht bekannte Figuren aus der Marketingszene – na gut, aus der US-Marketingszene, und das ist schon ein Unterschied, weil die ein bisschen weiter sind als Old Europa – fragen sich in einer Podiumsdiskussion, wo eigentlich das Problem ist mit den großen Nervensägen, der Werbung, der PR und dem Marketing. Und wie es vielleicht weitergehen könnte.

In sagenhaften acht Video-Fortsetzungsfolgen (oben das erste Video). Hier die Parts zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben und acht.

Mehr Infos dazu es auch hier


Links: “Wir hassen Werbung, alle. Wir hassen PR-Geblubber. Wir hassen diese ganze Scheiße, mit der wir seit unserer Kindheit zugedröhnt wurden.“

  • “In welchem Unternehmen wird noch menschlich kommuniziert? Die meisten Chefs diktieren stramm von oben nach unten. Nicht anders die Kommunikation nach außen. Stellen Sie sich vor, Sie fragen jemanden, welches Auto Sie kaufen sollten. Er antwortet: „Der Opel Astra ist prima“ – und lässt dann einen juristischen Sermon folgen, der gedruckt doppelt so lang ist wie dieser Artikel.” – „Wir (Generation C64, “Generation Upload”, Generation was weiß ich, die mit den Computern halt) sind einfach etwas anders sozialisiert worden. Wir hassen Werbung, alle. Wir hassen PR-Geblubber. Wir hassen diese ganze Scheiße, mit der wir seit unserer Kindheit zugedröhnt wurden.“ Gastbeitrag von Thomas Knüwer bei Achtung.

Links: Social Media funktionieren nur mit der richtigen Einstellung – und fast immer auch als Verschwörungstheorie

  • Mack Collier von den Marketing Profs behauptet zu Recht: Wer nicht selbst sozial agieren kann, wird mit Social Media keinen Erfolg haben. Seine Thesen: 1 – Promote other people. 2 – Watch your language. 3 – Show people that you value their opinions. 4 – Show people that you care. 5 – Say ‘thank you’ early and often.
    (tags: socialmedia)
  • Das schöne an Verschwörungstheorien ist immer, dass sie so phantasievoll sind. Man könnte glatt auf Ideen kommen. Richard Gutjahr überlegt: Und wenn nun alles Absicht war an der Otto-Macbook-Panne?
    (tags: PR socialmedia)

Links: Nichepaper statt Newspaper und andere Konzepte für die Zeitung – Kommunikation ist vor allem Kultur – Luhmann hat immer noch Recht

  • “Knowledge, not news.
    Commentage, not commentary.
    Topics, not articles.
    Scarcity, not circulation.
    Now, not then.
    Provocation, not perfection.
    Snowballs, not sell-outs.
    Tasks, not tech.”
    - Umair Haque, via “Digitale Notizen”, dem Blog von Dirk von Gehlen
    (tags: Print Zeitung)
  • Übernimmt die PR in Zukunft den Lead in der Kommunikation? Mirko Kaminski, der führende Kopf der Hamburger Agenturgruppe achtung! (die u.a. PR und Werbung macht), greift auf dem Sympra-Blog einen Konflikt auf, der so alt ist wie die Kommunikation selbst: Wer hat eigentlich den Hut auf, das Marketing oder die PR? Die PR, sagt Kaminski, weil sie näher am Dialog ist als das Marketing, und weil sie die Mechanismen eines Gesprächs besser beherrscht, das den Rückkanal einbezieht. In den Kommentaren kriegt er ordentlich Gegenwind, und natürlich führt auch diese Diskussion zu keinem anderen Ergebnis als schon vor zehn Jahren. Trotzdem spannend, weil ein Blick auf des Pudels Kern.
  • Michael Arrington von Tech Crunch fragt sich, was eigentlich passierten würde, wenn zehn Prozent der Journalisten einfach die New York Times verließen, um ihr eigenes journalistisches Business zu starten? Er verbindet mit dieser Überlegung die These, dass der Journalismus selbst keineswegs tot ist, sondern lediglich das alte Businessmodell des Journalismus. An und für sich noch nichts atemberaubend Neues – interessant ist vor allem seine Modellrechnung, die auch ein bisschen auf der eigenen Erfahrung mit Tech Crunch fußt und sein Aufruf: Medienspezialsten der Welt, vergesst die alten Tanker und tut Euch zusammen!
  • Seth Godin beschreibt in seinem Blog die Mentalität von Angestellten, sich von Dingen zu distanzieren, die im Unternehmen schief laufen – sei es operativ oder in der Außenkommunikation: Es sind immer die anderen. “No Susan, you are them.” “The reason your brand is falling apart is because so many of your colleagues are saying the same thing, denying the same responsibility.” Godin geht auf eine Voraussetzung für authentische Kommunikation ein, die wiederum weitaus mehr mit Identifikation, Haltung und mit Verantwortungsbewusstsein zu tun hat als mit Kommunikation. Erneut: Funktionierende Kommunikation ist keine Frage der Technik, sondern eine der Kultur.
  • Otto-Sprecher Thomas Voigt (selbst mal Chefredakteur des Medienblatts “Horizont” und später bei “Impulse”, bevor der in die PR wechselte) spricht eine zentrale Problematik offener Unternehmenskommunikation an (wie sie durch Social Media notwendig wird): Zuerst müssen sich Führungsverhalten und Unternehmenskultur wandeln, bevor wirklich offene Gespräche möglich werden. Das hört sich nach einer Binse an, wird aber sehr gerne übersehen, wenn Agenturen euphorisch neue Kommunikationskonzepte in Unternehmen tragen und dabei übersehen, dass die kulturellen Bedingungen dafür noch lange nicht geschaffen sind.
  • Ausgehend von McLuhans legendärem “The medium is the message” dreht Andreas Göldi die These weiter: “Die essenziellen Eigenschaften eines Mediums bestimmen erheblich, wie es von den Konsumenten wahrgenommen wird und damit auch, welche Inhalte darin funktionieren…Das Web lebt nicht von den Inhalten, sondern von der Jagd, vom Verfolgen des nächsten interessanten Links…es ist nicht erstaunlich, dass die kommerziell erfolgreichste Internetfirma eine Suchmaschine ist, die diesen Prozess erheblich erleichtert…Die Zukunft digitaler Inhalte liegt in mehr Kreativität im Umgang mit verschiedenen Medienformen.”

Links: Wer hat eigentlich den Hut auf? Marketing oder PR?