Posts Tagged ‘Medien’

Leistung muss sich wieder lohnen.


Zwanzig Zehn – Lorenz Lorenz-Meyer resümmiert sein “verlorenes Jahrzent”


Links: Muss man mit Unternehmen befreundet sein? – Das Internet produziert viel Dreck, unter dem Strich aber wächst die Qualität relevanter Beiträge

  • Interessante Diskussion unter PR-Experten auf dem Weblog massenpublikum.de, ob es überhaupt sinnvolle Social-Media-Kampagnen geben kann, wenn ja, was 2009 positive oder native Beispiele gewesen sein könnten, und ob die Kommunikationsaktivitäten von Unternehmen im Netz auch dann immer persönlich und verbindlich sein können bzw. müssen, obwohl eindeutige Verkaufsziele dahinter stehen.
  • “Die Medienlandschaft des Internets öffnet den Qualitätswettbewerb für Alle. Der Netz-Effekt: Mehr gute Inhalte. Genau das ist das Problem der Medienunternehmen, die zuviel Durchschnitt produzieren.” Eine brillante Analyse vom US-Medienexperten Umair Haque auf CARTA (auf Deutsch), nicht unbedingt neu aber angesichts der jüngsten Debatten um das Leistungsrecht auf jeden Fall lesenswert. Grundidee des Beitrags ist der Vergleich von Medienangeboten mit Wein (gute journalistische Inhalte) und Wasser (fade Beimischung), und was das Internet für diesen “Getränkehandel” bedeutet. “Im Netz sind die neuen schlechten Angebote nicht dramatisch schlechter als die in den klassischen Medien, aber die guten sind um einiges besser. In einer offenen Medienlandschaft gibt es daher im Endeffekt – mehr Qualität.”

Links: Respekt für Stefan Niggemeier – Orientierung für Medienmacher – Orientierung für Marketingverantwortliche

  • Na gut, es hat ausreichend Kommentare gegeben zum “Manifest”. Dieser Text von Stefan Niggemeier (einer der Mitautoren) scheint mir die beste Ergänzung zum eigentlichen Wortlaut.
  • Jaja, sobald Zahlen in Verbindung mit dem Wort “Tipps” in Überschriften auftauchen, ist Skepsis angesagt – handelt es sich doch oft genug um Plattitüden, die sich bei näherer Betrachtung als nur begrenzt anwendbar herausstellen. In diesem Fall sind es aber durchaus bedenkenswerte Anregungen, die MEEDIA.de von Chris Lake/eConsultancy-Blog übersetzt hat: 1. Starten Sie ein Blog 2. Kollaborieren Sie 3. Machen Sie auf sich aufmerksam 4. Schreiben Sie über Ihre Leidenschaft 5. Nutzen Sie Feeds 6. Twittern Sie 7. Machen Sie ein Video 8. Seien Sie mobil
    9. Lernen Sie SEO 10. Lernen Sie Links lieben 11. Tag, Tag, Tag 12. Copywriting
    13. Schreiben Sie leserlich 14. Vergessen Sie den Hype 15. Exklusive Geschichten sind passé 16. Objektivität ist überbewertet 17. Subjektivität kicks ass 18. Nehmen Sie teil 19. Hören Sie zu 20. Real Time News 21. Crowdsourcing 22. Netzwerken Sie 23. Seien Sie geizig 24. Seien Sie plattformunabhängig 25. Tun Sie es jetzt!
  • Abseits vom Hype rund um Social Media fragt sich derzeit manch ein Kommunikations- oder Marketing-Verantwortlicher im Unternehmen, wann eigentlich der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um sich konkret mit Social Media zu befassen oder sie sogar in den eigenen Kommunikationsmix einzubauen. Je nach Situation im Unternehmen und den kommunikativen Zielen wird die Antwort sehr unterschiedlich ausfallen (“Ob Sie anfangen müssen zu twittern, zu bloggen oder eine andere Form der Social-Media-Vielfalt für Ihr B2B-Online-Marketing zu nutzen, hängt maßgeblich von drei Dingen ab: von den Inhalten Ihrer Kommunikation, von der Social-Media-Nutzung Ihrer Zielgruppen und von den Rahmenbedingungen in Ihrem Unternehmen”). Eine praktikable Hilfestellung zur Entscheidungsfindung liefert das IFOM, das “Institut für Markenführung”.

Links: 17 Thesen darüber, was das Internet gerade bewegt – noch eine Nachrichtensammelfräsmaschine

  • Eine inhaltliche Zusammenfassung in 17 Punkten all der unzähligen Diskussionen zwischen Bloggern und Journalisten, der Zensursula-Debatte, der Motivationsbasis der Piratenpartei, über das Urheberrecht und weiterer zentraler Gedanken. Für Insider wahrscheinlich todlangweilig, weil nichts weiter als eine Zusammenfassung hundertmal wahrgenommener Diskussionsinhalte – in der Summe jedoch ein Meilenstein des digitalen Bewusstseinswandels und des kulturellen Umbruchs, dessen Zeugen wir gerade werden. Geschrieben von 15 bekannten Internet- und Medien-Persönlichkeiten, von Markus Beckedahl über Sascha Lobo bis Fiete Stegers.
  • Rein algorithmengesteuerte Nachrichtenaggregation ist derzeit sicher die einzige Möglichkeit, neben den etablierten Großseiten noch etwas Neues zu starten. Nichts anderes macht Nachrichten.de, ganz ohne Redakteur. Dass menschliche Empfehlungen auch im Internet langfristig jedem Algorithmus und jeder Suchmaschine überlegen sein werden, daran zweifelt wohl niemand ernsthaft – was bislang fehlt, ist das funktionierende Geschäftsmodell. Da sind wir mal sehr gespannt, wie nachrichten.de sich so macht. Ein Beitrag von “Netzökonom” Holger Schmidt auf faz.net.

Links: Gleich 100 Tipps zum besser leben – Medientreten, -beißen und -schlagen – Zuhören will gelernt sein

  • Wer mir mit platten Erfolgsversprechen kommt, hat keine Chance. Dafür gibt es zu viele Scharlatane und geschwätzige Lifestyle-Päpste. Wer ein bisschen über “Das Leben für Anfänger” hinaus ist, weiß schließlich, dass man alles richtig machen und dennoch immer wieder scheitern kann – und dass Glück und Erfolg zwei ganz verschiedene Dinge sind. Dennoch der Hinweis auf eine Liste von 100 Tipps für ein besseres Leben. Ich finde sie bemerkenswert, weil sie unter anderem “Start a weblog” enthält: Ich kenne nicht wenige, die das exakte Gegenteil behaupten, dass Weblogs tendenziell eher unglücklich machen. Das muss natürlich jeder selbst wissen. Wie übrigens bei den 99 anderen Tipps für ein besseres Leben auch. Ein bisschen mehr angloamerikanischer Optimismus wird aber auch dem typisch deutschen Skeptizismus/Kulturpessimismus nicht schaden. Zum Frühaufsteher (“be early”) werde ich in diesem Leben aber wohl trotzdem nicht mehr… via @ibo
  • Blogger Michel Reimon beschreibt, was er von einem Beitrag des Schweizer Chefpublizisten Frank A. Meyer in blick.ch hielt – und was dann online passiert ist. Wie auch immer man zu den Handelnden steht – das Ding ist ein (nicht für alle Beteiligten) amüsantes Lehrstück darüber, was passieren kann, wenn publizistische Ignoranz auf Online-Guerilla trifft und die viel zitierten viralen Effekte entstehen.
  • Dass Zuhören die wichtigste Disziplin bei Social Media ist, dürfte sich herumgesprochen haben. Aber wie das Gehörte richtig bewerten? Ähnlich wie bei der journalistischen Nachricht definiert der “Social Media Explorer” fünf Kernfragen des Zuhörens bei Social Media: who, what, when, where and why. Who – This is perhaps the most fundamental of all the “W’s.” You need to understand who is talking about you or your products. What – What are your stakeholders saying about you? Where – Specifically, where are the conversations happening about you and your products? When – When are they talking about you? Why – This is probably the most critical part of this equation, and guess what? Eine Menge zu analysierender Fragen, die klassische Kommunikationsprofis vor ernsthafte Hürden stellen, die aber von der nachrückenden Kommunikationsgeneration ganz selbstverständlich beherrscht werden.

Links: Zur Knappheit von Geld und Gütern kommt nun die Knappheit der Aufmerksamkeit – Aufmerksamkeit bekommen längst nicht mehr nur etablierte Medien

  • “Es spricht vieles dafür, dass durch die Digitalisierung der Medien so etwas wie eine Parallelwirtschaft entsteht, die nicht (wie unsere derzeit etwas leidende traditionelle Ökonomie) durch Geld und knappe Güter beherrscht wird, sondern durch Information und knappe Aufmerksamkeit.” Einmal mehr ein lesenswerter Beitrag von Andreas Göldi.
  • Stephan Weichert, Professor für Jounalistik und Christian Zabel, Assistent des Vorstandsvorsitzenden bei der Deutschen Telekom, beschreiben mit dem etwas schwurbeligen Kunstbegriff “Alpha-Journalismus 2.0″ die ewig diskutierte und dennoch so bedeutende Tatsache, dass es nicht mehr nur Journalisten sind, die publizistische Bedeutung für sich in Anspruch nehmen können. Keine neuen Erkenntnisse, aber dennoch ein lesenswerter Beitrag zum Medienwandel.

Links: Warum Dinosaurier mitunter aussterben

  • Zwar schon am 3. August erschienen und ein bisschen spät gebookmarkt – aber dennoch unverzichtbar in der Sammlung der relevanten Texte über die Medienlandschaft. Eine lesenwerte betriebswirtschaftliche Begründung der These, warum eine starke Fragmentierung der Medien in den kommenden Jahren äußerst wahrscheinlich bzw. absehbar ist. Von Andreas Göldi auf netzwertig.com
    (tags: Medien)

Links: Nichepaper statt Newspaper und andere Konzepte für die Zeitung – Kommunikation ist vor allem Kultur – Luhmann hat immer noch Recht

  • “Knowledge, not news.
    Commentage, not commentary.
    Topics, not articles.
    Scarcity, not circulation.
    Now, not then.
    Provocation, not perfection.
    Snowballs, not sell-outs.
    Tasks, not tech.”
    - Umair Haque, via “Digitale Notizen”, dem Blog von Dirk von Gehlen
    (tags: Print Zeitung)
  • Übernimmt die PR in Zukunft den Lead in der Kommunikation? Mirko Kaminski, der führende Kopf der Hamburger Agenturgruppe achtung! (die u.a. PR und Werbung macht), greift auf dem Sympra-Blog einen Konflikt auf, der so alt ist wie die Kommunikation selbst: Wer hat eigentlich den Hut auf, das Marketing oder die PR? Die PR, sagt Kaminski, weil sie näher am Dialog ist als das Marketing, und weil sie die Mechanismen eines Gesprächs besser beherrscht, das den Rückkanal einbezieht. In den Kommentaren kriegt er ordentlich Gegenwind, und natürlich führt auch diese Diskussion zu keinem anderen Ergebnis als schon vor zehn Jahren. Trotzdem spannend, weil ein Blick auf des Pudels Kern.
  • Michael Arrington von Tech Crunch fragt sich, was eigentlich passierten würde, wenn zehn Prozent der Journalisten einfach die New York Times verließen, um ihr eigenes journalistisches Business zu starten? Er verbindet mit dieser Überlegung die These, dass der Journalismus selbst keineswegs tot ist, sondern lediglich das alte Businessmodell des Journalismus. An und für sich noch nichts atemberaubend Neues – interessant ist vor allem seine Modellrechnung, die auch ein bisschen auf der eigenen Erfahrung mit Tech Crunch fußt und sein Aufruf: Medienspezialsten der Welt, vergesst die alten Tanker und tut Euch zusammen!
  • Seth Godin beschreibt in seinem Blog die Mentalität von Angestellten, sich von Dingen zu distanzieren, die im Unternehmen schief laufen – sei es operativ oder in der Außenkommunikation: Es sind immer die anderen. “No Susan, you are them.” “The reason your brand is falling apart is because so many of your colleagues are saying the same thing, denying the same responsibility.” Godin geht auf eine Voraussetzung für authentische Kommunikation ein, die wiederum weitaus mehr mit Identifikation, Haltung und mit Verantwortungsbewusstsein zu tun hat als mit Kommunikation. Erneut: Funktionierende Kommunikation ist keine Frage der Technik, sondern eine der Kultur.
  • Otto-Sprecher Thomas Voigt (selbst mal Chefredakteur des Medienblatts “Horizont” und später bei “Impulse”, bevor der in die PR wechselte) spricht eine zentrale Problematik offener Unternehmenskommunikation an (wie sie durch Social Media notwendig wird): Zuerst müssen sich Führungsverhalten und Unternehmenskultur wandeln, bevor wirklich offene Gespräche möglich werden. Das hört sich nach einer Binse an, wird aber sehr gerne übersehen, wenn Agenturen euphorisch neue Kommunikationskonzepte in Unternehmen tragen und dabei übersehen, dass die kulturellen Bedingungen dafür noch lange nicht geschaffen sind.
  • Ausgehend von McLuhans legendärem “The medium is the message” dreht Andreas Göldi die These weiter: “Die essenziellen Eigenschaften eines Mediums bestimmen erheblich, wie es von den Konsumenten wahrgenommen wird und damit auch, welche Inhalte darin funktionieren…Das Web lebt nicht von den Inhalten, sondern von der Jagd, vom Verfolgen des nächsten interessanten Links…es ist nicht erstaunlich, dass die kommerziell erfolgreichste Internetfirma eine Suchmaschine ist, die diesen Prozess erheblich erleichtert…Die Zukunft digitaler Inhalte liegt in mehr Kreativität im Umgang mit verschiedenen Medienformen.”

Links: Wie viele Stunden Medien am Tag?

  • Das Wired-Magazin hat mal eine Grafik entwickelt, wie sich der multimediale Konsum (ca. 9 Stunden täglich) so zusammensetzt. Es darf diskutiert werden. Vor allem bemerkenswert: Die Güte der Infografik.