“Cloudwriting”: Über einen intellektuellen Klimawandel, der sich vor allem am Schreiben zeigt.
“Was ist das eigentlich – Text im Web? (…) Schreiben im Web hat nichts mehr zu tun mit Büchern, Aufsätzen, mit virtuellem Papier. Das sind Phantome, die wir als Hilfskonstruktionen mitschleifen (…) Eine unabsehbare globale Wolke aus immer kleineren digitalen Textstücken, die immer schneller zirkulieren, durch die Grenzen der indviduellen Bewusstseine hindurch. Ein intellektueller Klimawandel: Der Golfstrom verlagert sich, Gletscher schmelzen, Wüsten breiten sich aus, Katastrophen nehmen zu. Kreaturen werden aus dem gewohnten Lebensraum vertrieben.”
Bemerkenswerter, philosophisch angehauchter Text von Martin Lindner über das sich verändernde Wesen des Schreibens – keineswegs zu verwechseln mit einem technischen Stück über Collaboration in der Cloud.
Links: Zeiten des Informationsüberflusses brauchen einen anderen Journalismus als Zeiten des Informationsmangels
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Keine neue Diskussion, die Stefan Niggemeier führt. Keine neuen Erkenntnisse für jeden, der seinen Job als Medienschaffender tatsächlich ernst nimmt und auch das Internet als Medium. Aber eine Menge Gedanken, die man einfach nicht oft genug wiederholen kann.
Links: Zwei Aspekte zum Wandel der Kommunikationskultur
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Jeff Jarvis muss man dafür bewundern wie er es geschafft hat, in den wenigen Tagen des DLD so viele Interviews zu geben, dass sich sein Kerngedanke quer durch die Blogospähre streut – ohne sich dabei allzu sehr zu wiederholen. Aktuell: Auf dem media-digital-Blog von Ulrike Langer.
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“Lernt erst mal diskutieren” ist eine oft zitierte Forderung in der öffentlichen Online-Kommunikation. Sie taucht immer dann auf, wenn es mal wieder beschämende Beispiele von “Dialog” im Netz gibt, die beweisen, dass die ach so aufgeklärte Netzgemeinde offenbar nicht die einfachsten Regeln des Anstands beherrscht. Oder sie bewusst beiseite schiebt, um mal richtig Dampf abzulassen. Einerseits Offenheit ja – aber was, wenn die Spielregeln regelmäßig einseitig missachtet werden, und statt Diskussionen nur hassgeladene Schlammschlachten entstehen? Fragt Martin Weigert auf netzwertig.com.
Links: Zu viele Details nerven ebenso wie zu wenige
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Eine ebenso interessante wie amüsante Ergänzung zum Schirrmacher-Stück auf Thomas Knüwers Blog “Indiskretion Ehrensache” (der Herr Schirrmacher dürfte vermutlich nicht ganz so amüsiert sein). Zusätzliche Standpunkte wie diese sind es, die das von Schirrmacher so argwöhnisch bedachte Internet den Erzeugnissen seines Verlagshauses enteilen lassen – ganz gleich wie sorgfältig, schlampig oder tendenziös der Herr nun gearbeitet haben mag. Hoffentlich gerät den Herren der eigentlich Kern der Diskussion nicht aus dem Blick.
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Während die Kulturpessimisten “ich komme nicht mehr mit” rufen, entgegnen ihnen die Fanboys: Alles nur eine Frage des Informationsmanagements. Sehenswertes Video mit Clay Shirky. via blogpiloten.de
Links: Wer am Boden liegt, hat es besonders schwer mit aufrechter Haltung – Nicht nur Umberto Eco hat den Charme von Listen erkannt, auch Twitter bietet sie jetzt an
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Christiane Schulzki-Haddouti schreibt auf dem Blog KoopTech über eine weitere Kernkompetenz des Journalismus: “Ich habe vor längerer Zeit fünf journalistische Kernkompetenzen benannt, die ich heute um einen wesentlichen Faktor erweitern will – ohne den guter Journalismus nicht möglich ist: Haltung. Die fünf Kernkompetenzen sind folgende: 1. Recherche und Monitoring; 2. Die Erschließung und einfache Darstellung komplexer Zusammenhänge; 3. Trends erkennen und verständlich visualisieren, kontextualisieren, vertonen, vertexten; 4. Dialog und Moderation: Einen Diskurs, einen Dialog zwischen verschiedene Interessensgruppen anregen und moderieren; 5. Aufmerksamkeit generieren, Publizität herstellen, Veröffentlichungsprozesse beherrschen.” Eine lesenwerte Ergänzung zur Diskussion darüber, was Journalismus auch in Zukunft sein kann, unabhängig vom Bezahlmodell, das dahinter steht (oder nicht).
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“Der Kurznachrichtendienst Twitter bietet seit kurzem die Funktion “Listen” an. Damit kann man andere sortieren – man muss ihnen nicht einmal folgen – und, wenn man die Listen öffentlich macht, auch verschlagworten.” Ob diese Listen sich durchsetzen, ob Twitter an sich eine Chance gegen z.B. Facebook hat, das wird sich zeigen. Auf jeden Fall ermöglichen die Listen eine selektivere und gezieltere Themenauswahl auch ohne Zusatztools.
Links: Respekt für Stefan Niggemeier – Orientierung für Medienmacher – Orientierung für Marketingverantwortliche
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Na gut, es hat ausreichend Kommentare gegeben zum “Manifest”. Dieser Text von Stefan Niggemeier (einer der Mitautoren) scheint mir die beste Ergänzung zum eigentlichen Wortlaut.
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Jaja, sobald Zahlen in Verbindung mit dem Wort “Tipps” in Überschriften auftauchen, ist Skepsis angesagt – handelt es sich doch oft genug um Plattitüden, die sich bei näherer Betrachtung als nur begrenzt anwendbar herausstellen. In diesem Fall sind es aber durchaus bedenkenswerte Anregungen, die MEEDIA.de von Chris Lake/eConsultancy-Blog übersetzt hat: 1. Starten Sie ein Blog 2. Kollaborieren Sie 3. Machen Sie auf sich aufmerksam 4. Schreiben Sie über Ihre Leidenschaft 5. Nutzen Sie Feeds 6. Twittern Sie 7. Machen Sie ein Video 8. Seien Sie mobil
9. Lernen Sie SEO 10. Lernen Sie Links lieben 11. Tag, Tag, Tag 12. Copywriting
13. Schreiben Sie leserlich 14. Vergessen Sie den Hype 15. Exklusive Geschichten sind passé 16. Objektivität ist überbewertet 17. Subjektivität kicks ass 18. Nehmen Sie teil 19. Hören Sie zu 20. Real Time News 21. Crowdsourcing 22. Netzwerken Sie 23. Seien Sie geizig 24. Seien Sie plattformunabhängig 25. Tun Sie es jetzt! -
Abseits vom Hype rund um Social Media fragt sich derzeit manch ein Kommunikations- oder Marketing-Verantwortlicher im Unternehmen, wann eigentlich der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um sich konkret mit Social Media zu befassen oder sie sogar in den eigenen Kommunikationsmix einzubauen. Je nach Situation im Unternehmen und den kommunikativen Zielen wird die Antwort sehr unterschiedlich ausfallen (“Ob Sie anfangen müssen zu twittern, zu bloggen oder eine andere Form der Social-Media-Vielfalt für Ihr B2B-Online-Marketing zu nutzen, hängt maßgeblich von drei Dingen ab: von den Inhalten Ihrer Kommunikation, von der Social-Media-Nutzung Ihrer Zielgruppen und von den Rahmenbedingungen in Ihrem Unternehmen”). Eine praktikable Hilfestellung zur Entscheidungsfindung liefert das IFOM, das “Institut für Markenführung”.
Links: 17 Thesen darüber, was das Internet gerade bewegt – noch eine Nachrichtensammelfräsmaschine
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Eine inhaltliche Zusammenfassung in 17 Punkten all der unzähligen Diskussionen zwischen Bloggern und Journalisten, der Zensursula-Debatte, der Motivationsbasis der Piratenpartei, über das Urheberrecht und weiterer zentraler Gedanken. Für Insider wahrscheinlich todlangweilig, weil nichts weiter als eine Zusammenfassung hundertmal wahrgenommener Diskussionsinhalte – in der Summe jedoch ein Meilenstein des digitalen Bewusstseinswandels und des kulturellen Umbruchs, dessen Zeugen wir gerade werden. Geschrieben von 15 bekannten Internet- und Medien-Persönlichkeiten, von Markus Beckedahl über Sascha Lobo bis Fiete Stegers.
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Rein algorithmengesteuerte Nachrichtenaggregation ist derzeit sicher die einzige Möglichkeit, neben den etablierten Großseiten noch etwas Neues zu starten. Nichts anderes macht Nachrichten.de, ganz ohne Redakteur. Dass menschliche Empfehlungen auch im Internet langfristig jedem Algorithmus und jeder Suchmaschine überlegen sein werden, daran zweifelt wohl niemand ernsthaft – was bislang fehlt, ist das funktionierende Geschäftsmodell. Da sind wir mal sehr gespannt, wie nachrichten.de sich so macht. Ein Beitrag von “Netzökonom” Holger Schmidt auf faz.net.