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“Die ganze bezahlte Überredung sollte zur Disposition stehen” – Jaron Lanier über Informationskultur und Werbung

Jaron Lanier ist immer wieder gut für eine streitbare Gegenposition innerhalb der jeweiligen Phase digitaler Euphorie. Dabei gehört er selbst zu den wirklichen Pionieren, hat den Ausdruck “virtuelle Realität” geprägt und sich intensiv mit künstlicher Intelligenz befasst. Jetzt schlägt er kritische Töne zur Freiheit der Information an. “Wenn man wissen will, worum sich eine Gesellschaft wirklich dreht, sollte man der Spur des Geldes folgen. Wenn das Geld in die Werbung fließt und nicht zu Musikern, Journalisten und Künstlern, dann befasst sich eine Gesellschaft mehr mit Manipulation als mit Wahrheit oder Schönheit. (…) Die Grundidee dieser Gesellschaft besteht darin, dass Autoren Journalisten, Musiker und Künstler ermutigt werden, die Früchte ihrer Phantasie und ihres Intellekts als Fragmente zu verstehen, die sie ohne Bezahlung dem Schwarmgeist überlassen“. Lesens- und bedenkenswertes Stück aus der F.A.S. – aber Vorsicht: lang!


Links: Über Medienkompetenz ist schon eine Menge gesagt worden – auch über Informationskompetenz?

  • “Es ist zu einfach, der digitalen Welt oder gar den digitalen Supermächten die Schuld daran zu geben, dass wir mit Informationen überflutet werden.” “Die Informationen, die das Internet bietet, sind ein ungeheurer Wissenszuwachs – doch das unüberschaubare Informationsangebot macht es auch erforderlich, neue (Datenverarbeitungs-)Strukturen und Strategien zu entwickeln. Resignation oder die Angst vor “zu schnellem Eisenbahnfahren” bringt uns an dieser Stelle nicht weiter.” Von Ibrahim Evsan.
  • Datenschutz und Privatsphäre im Zeitalter der Suchmaschinen und globalen Vernetzung sind ein Themenkomplex für sich, auf dem der Einzelne ebenso Kompetenz entwickeln muss wie für Medien generell. Der Beitrag auf Zeit online befasst sich mit der Messbarkeit von Online-Vernetzung und den Rückschlüssen, die man daraus ziehen kann – beispielsweise der Rolle von Online-”Leadern”, also Schlüsselfiguren, bei denen besonders viele Fäden zusammen laufen.

Warum offenes Verlinken so unverzichtbar ist

via CARTA: Das Netz besteht aus Verbindungen, nicht aus abgeschotteten Inseln.


Begrenztheitsbewusstsein

Menschen sind Systeme mit sehr limierten Ressourcen bewusster Informationsverarbeitung. Anders gesagt: Sie sind ziemlich effizient bei der Ausführung einmal erlernter Automatismen. Geht es jedoch darum, neue Informationen bewusst zu bewerten, einzuordnen und zu verarbeiten, gelangt der Mensch schnell an seine Grenzen. Daher die Tendenz, Informationen zu verweigern, zu leugnen oder falsch zu gewichten.