Posts Tagged ‘Gesellschaft’

Links: Schon wieder dieses Internet. Das wird ja echt anstrengend, langsam.

  • Jürgen Kuri, Altmeister und stellvertretender Chefredakteur der IT-Großinstanz “c’t” aus Hannover verlässt sein angestammtes Terrain und spricht über den Gedanken der Aufklärung in Zeiten des Internet, über Freiheit und Kontrollverlust , über Selbstbestimmtheit und den Glauben an einen Maschinengott. Da geht es also um alles. Es gab Zeiten, da hätten Philosophen milde über Typen gelächelt, denen es um alles ging. Weil es da Jahrzehntelang nichts mehr zu sagen gab. Das Nachdenken über das Sein galt als tot, als sinnlos. Täuscht es mich, oder startet diese Diskussion nun neu, noch leise – aber mit immer mehr Stimmen?
  • Ah. Endlich erklärt mal einer das Internet. Mit Video. Mit Infografiken. Sogar mit Infografiken im Video! Und mit ein bisschen Ironie. Das finde ich besonders gut. Die bookmarke ich mal, die Kontextschmiede von Jakob Jochmann aus Düsseldorf.

Links: Das Web erfordert ein Umdenken sozialer Beziehungen – was nicht bedeutet, dass sich der Mensch ändert

  • Nach klassischem Verständnis ist das menschliche Potenzial für soziale Kontakte ziemlich rasch erschöpft – wirkliche Freunde hat jeder nur wenige. Social Media mit allen ihren Plattformen haben daran wenig geändert, auch wenn einige das gerne anders sähen. Der Mensch wechselt sein Medien- und Kommunikationsverhalten zwar innerhalb weniger Jahre, nicht aber sein grundsätzliches Sozialverhalten. Das weiß auch Thomas Pfeiffer von den Webevangelisten: Er macht gar nicht erst den Fehler, über die Unmöglichkeit von 500 “Freunden” zu sinnieren, sondern analysiert die Stärke schwacher Bindungen: Social Media bieten vor allem dort Vorteile, wo sie herkömmliches Sozialverhalten sinnvoll erweitern und ergänzen.

Links: Handlungsempfehlung für das Menschbleibenkönnen im Zeitalter der Algorithmisierung der Welt

Frank Schirrmacher am Rande des DLD im Gespräch mit Alexander Kluge. Ebenso eine Entdeckung für mich wie das Vlog von dctp.tv.

Dieser harmlose Link zu carta.info auf das Gespräch der beiden ist möglicherweise einer der wichtigsten der letzten Monate, zumindest in meiner persönlichen Wahrnehmung. Weil es nicht um eine “0 oder 1″-Diskussion geht, sondern um den Versuch, die strukturellen Änderungen hinter dem zu fassen, was sich durch die Digitalisierung der Welt ergibt und den Versuch, daraus eine Handlungsempfehlung für das Menschbleibenkönnen abzuleiten: “Antworten geben auf die neue Welt der Algorithmen durch Erzählen”.

Siehe auch dieses Gespräch mit Alexander Kluge und der Redaktion von freitag.de:


“It’s not information overload. It’s filter failure!”


Links: Ist der Traum von der Netzfreiheit wirklich nur eine kleine temporäre Utopie?

  • Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der F.A.Z. und mit seinem Buch “Payback” als kulturpessimistischer Maschinenkritiker gerade erst aus den Schlagzeilen, setzt sich mit dem auseinander, was Apples iPad jenseits seiner mittelmäßigen Hardware konzeptionell bedeutet. Man muss Schirrmacher nicht in allen Punkten Recht geben, aber seine Gedanken sind absolut bedenkenswert: Einerseits reduziere das iPad zwar Komplexität in beachtlichem Maß und erschließe dadurch das Netz erst für eine breite Masse, andererseits werde der Computer dadurch zu einer dämlichen Fernbedienung und die Kreativität und Freiheit des Einzelnen in dramatischer Weise beschnitten. Die Kultur des App-Stores verändere die Kultur des Netzes auf eine Art und Weise, die den meisten Apple-Jüngern überhaupt noch nicht klar sei: Die fazinierende Idee der Freiheit des Netzes gehe schlagartig verloren zugunsten einer Kontrolle durch wenige (Apple, Google, etc.).

Links: Finden wir Google gut oder schlimm – egal, wir finden es unverzichtbar

  • “Auf der politischen Diskussionsebene hat sich eine Lagerbildung unter den Diskutanten etabliert: hier die Fanboys, unkritisch und immer nach vorne gerichtet, dort die rückwärtsgewandten Kulturpessimisten, die weder die Technik verstehen noch Disruption erkennen. Ein sachlicher Diskurs ist aber schwer möglich, wenn die Motivation und Kompetenz der jeweiligen Gegenseite angegriffen wird. Die Spitzenvertreter beider Lager, die gerade sich selbst für besonders gute Kommunikationsprofis halten, sollten einmal darüber nachdenken, wohin das eigentlich führen soll.” Exzellenter Beitrag von Christoph Kappes auf CARTA.

“Die ganze bezahlte Überredung sollte zur Disposition stehen” – Jaron Lanier über Informationskultur und Werbung

Jaron Lanier ist immer wieder gut für eine streitbare Gegenposition innerhalb der jeweiligen Phase digitaler Euphorie. Dabei gehört er selbst zu den wirklichen Pionieren, hat den Ausdruck “virtuelle Realität” geprägt und sich intensiv mit künstlicher Intelligenz befasst. Jetzt schlägt er kritische Töne zur Freiheit der Information an. “Wenn man wissen will, worum sich eine Gesellschaft wirklich dreht, sollte man der Spur des Geldes folgen. Wenn das Geld in die Werbung fließt und nicht zu Musikern, Journalisten und Künstlern, dann befasst sich eine Gesellschaft mehr mit Manipulation als mit Wahrheit oder Schönheit. (…) Die Grundidee dieser Gesellschaft besteht darin, dass Autoren Journalisten, Musiker und Künstler ermutigt werden, die Früchte ihrer Phantasie und ihres Intellekts als Fragmente zu verstehen, die sie ohne Bezahlung dem Schwarmgeist überlassen“. Lesens- und bedenkenswertes Stück aus der F.A.S. – aber Vorsicht: lang!


Zwanzig Zehn – Lorenz Lorenz-Meyer resümmiert sein “verlorenes Jahrzent”


Diedrich Diederichsen in der FAS über die neue SPEX

“…eine qualifizierte Langsamkeit, die antikapitalistische Tiefe eines ungehetzten Lebens im Dienste ästhetischer Reflexion.”

den ganzen Artikel hier lesen


Einfach mal laufen lassen

Als ob es nicht irgendwie schon klar wäre: “Ich komme nicht mehr mit“, ist nichts weiter als eine nicht ganz angemessene Sicht auf die Dinge, weil sie aus der Gegenwart heraus formuliert wurde, und die eignet sich nur ansatzweise dazu, verständlich zu machen, warum bald vieles selbstverständlich sein wird. Weil es dann einfach da ist, uns umgibt und einfach so funktioniert. Wie beispielsweise die Natur:

Trillions from MAYAnMAYA on Vimeo.

via Netzpolitik