Dear Winter: make you fucking away now!

Auf dem Weg zum Campo Britannico kann es sogar im Somme frostig werden (Torres del Paine, Argentinien)
Es mag ja sein, dass der Frühling nicht mehr weit ist. Und dass man dankbar sein muss für jede Schneeflocke, die nicht aus der Kanone kommt. Wer weiß schon, wie lange es die noch gibt, die Echten vom Petrus. Und die Eisbären, die armen Eisbären! Aber trotzdem: Dear Winter, make you fucking away fromse Acker now!
Die Nachrichtenlage
Am Anfang scheint alles wichtig und erwähnenswert und unverzichtbar, so lange, bis einem zum Schluss kaum noch etwas wirklich wichtig vorkommt. Schade, dass diejenigen, die einem etwas zu sagen hätten, schon um so viel stiller geworden sind als jene, die laut sein müssen.
Fünf Minuten nur der Wind
Seltsam, dass der Blick vom Gipfel etwas vollkommen anderes ist, wenn keine Bahn dorthin führt. Als ob eine Horde Turnschuhtouristen etwas anderes wäre als ein Dutzend Alpinisten, die sich ums Gipfelkreuz drängeln, jeder für sich in die Ferne blickend, so als seien die Anderen nicht da. Die Seilbahnfahrer sind sich alle gleich darin, dass sie nichts geleistet haben, die Besteiger neiden sich die Tatsache, dass auch alle anderen zeitgleich genau so gut waren und zum absolut gleichen Höhepunkt gefunden haben. An diesem Tag waren wir allein. Es war wohl zu kalt, zu windig und auch ein bisschen zu spät. Still war es aber nicht. Der Wind piff sein eisiges Liedchen, und Eiskristalle prasselten über den Schnee wie Sand in der Sahara. Wenn man einfach hätte liegen bleiben können. Nach wenigen Minuten wurde es uns zu kalt. Vielleicht ist das überhaupt das Schönste am Berg: Dass man oben genau weiß, dass es höher nicht mehr geht, und dass man ebenso gewiss sein kann, dass dann der Abstieg folgt – und wie lange er dauert.
Gratwanderung
Hier nichts weiter als der Hinweis auf das hier.
Wovon du keinen blassen Schimmer hast, liebes Internet
Der böige Wind, der Eiswolken über die offenen Flanken des Geländes peitscht. Eiskristalle, die wie winzige Geschosse auf Kleidung und Gesicht treffen. Die Sonne, die trotz der Kälte das ungeschützte Gesicht verbrennt und austrocknet. Der abgeblasene Hang, an dem zwischen schroffen Brocken nur noch Eis liegt, das im Gegenlicht kalt in der Sonne glänzt. Die trügerische Harschdecke, die an einer Stelle trägt und uns einen unbedachten Schritt weiter knietief einsinken lässt. Die Fingerkuppen, die in der schneidenden Kälte schon nach fünf Minuten Fotografieren ohne Handschuhe gefühllos werden und dann höllisch zu schmerzen beginnen. Die Funktionskleidung, die fürs Gehen am Berg perfekt ist, in der man nach wenigen Minuten Stillstand aber bereits friert. Hier oben ist das Reich der Eiskönigin, und auch bei glänzender Laune bleibt sie eine grausame Herrscherin.Von alledem, liebes Internet, von alledem, was Abenteuer zu Abenteuern und Erlebnisse erst unvergesslich macht, hast du leider nicht den blassesten Schimmer!
Verlorenes Wissen
Bewegen Sie sich sicher auf gefährlichem Terrain? Dann herzlichen Glückwunsch: Es könnte Ihnen gelungen sein, verloren geglaubtes Wissen aus der letzten Eiszeit aufs glatte Parkett der Hochzivilisation zu portieren.








