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Links: Wer Angst hat, wird die Welle nicht surfen

  • Während sich die Optimisten nach amerikanisch-optimistischem Vorbild ausmalen, was eine Plattform wie Google Wave für Chancen birgt, sprechen die Kulturpessimisten mal wieder darüber, dass sie das alles schrecklich überfordert, und dass doch langsam mal Schluss sein müsste mit der fortschreitenden Komplizierung der Dinge. Was der schöne Artikel auf Spiegel online allerdings nicht sagt: Dass es früher oder später Leute geben wird, die solche Systeme mit völliger Selbstverständlichkeit bedienen und benutzen werden. Nur eben nicht die, die heute schon darüber jammern. Die werden sich früher oder später wundern, dass sie abgehängt sind – keineswegs jedoch alle.

Links: Zielgruppenscheren über den einen Kamm – Die Wellenreiter des Hype – Google Wave für frühe Vögel

  • Jörg Wittkewitz befasst sich auf seinem Blog digitalpublic.de differenziert mit der Frage, wer die eigentlich sind, diese Generation Internet. Und natürlich ist die Wahrheit weitaus komplexer als es irgendwelche plakativen Vereinfachungen suggerieren. Das Internet und diejenigen, die sich dort zuhause fühlen, ist nicht mehr oder weniger zu vereinfachen als Gesellschaft generell.
  • Der US-PR-Berater Brian Solis macht sich lustig über den Beraterhype, den Social Media ausgelöst haben. Er belächelt das Heer sog. Experten, die in Wirklichkeit oft kaum mehr sind als Glücksritter mit neuem Geschäftsmodell, und die sich nun “Consultants” nennen. Er sinniert darüber, dass Social-Media-Expertise bei den echten Profis mittlerweile schon fast als Negativvotum gilt. Ein interessantes Stück darüber, was passiert, wenn Hypes sich zu überdehnen beginnen und die unweigerliche Ernüchterung eintritt (ohne die Bedeutung des Themas an sich in Frage zu stellen).
  • Google Wave hat bereits mit der ersten Vorstellung Wellen geschlagen. Marcel Weiss schlägt auf netzwertig.com aus der Fülle der Online-Beiträge drei besonders lesenswerte vor, die den aktuellen Status aufgreifen und das Potenzial umreißen.

Links: Das Ringen um Begrifflichkeiten bei Social Media, ein bisschen WordPress, Googles Antwort auf Verlage und ein wunderschönes Musikprojekt auf YouTube

  • Social media is changing the way businesses connect with markets. Conversations take place where the participants choose and are often spread across multiple sources. ulling the conversation together in order to make informed, engagement decisions is at the heart of marketing’s challenge in this new media landscape. To demonstrate how Webtrends Social Measurement helps with a social media campaign, we advertised…
  • Wenn es denn gelänge, den Begriff “PR” etwas weniger denkmusterbesetzt und in Wirkungsfeld-Schubladen zu betrachten, dann wäre der Blick vielleicht nicht so sehr vernebelt für die Tatsache, dass es keine “neue PR” braucht, wie gerade mancher behauptet, sondern dass in der Bezeichnung “Öffentliche Beziehungen” bereits exakt das steckt, was mit Social Media jetzt überhaupt erst möglich wird. Eine gute Anmerkung von Sascha Stoltenow auf Digital Conversation.
  • Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach (hauptberuflich bei der PR-Agenturgruppe Edelman als “Head of Social Media Europe”) bezieht sich auf ein früheres Posting und nähert sich ein zweites Mal der Frage, ob es Social Media-Kampagnen geben kann. Der Beitrag zeigt, dass das ganze Thema noch derart unentwickelt ist, dass selbst die Agenturprofis bei der Definition der Rahmenbedinungen ins Schleudern kommen – weil nicht nur viele Agenturleute die alten – für Social Media unbrauchbaren – Muster im Kopf haben, sondern weil auch die Zuhörer auf Kundenseite noch in der 1:n-Kampagnendenke fest stecken.
  • Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach (hauptberuflich bei der PR-Agenturgruppe Edelman als “Head of Social Media Europe”) analysiert den Unterschied zwischen der 1:n-Kommunikation (einer sendet, alle sollen zuhören) und der n:n-Kommunikation (alle reden mit allen) und bemerkt, welche Probleme entstehen, wenn man versucht, eine Kampagne mit n:n-Charakter zu machen.
    (tags: socialmedia PR)
  • Sehr nützliche aktuelle Übersicht der beliebtesten WordPress-Plugins, die sich durch ihre Übersichtlichkeit und Verständlichkeit in der Nutzenbeschreibung auszeichnet. Solche Übersichten braucht man alle paar Monate neu – dann erübrigt sich das zeitraubende Suchen in den offiziellen Plugin-Datenbanken und auch die Frage, welches Plugin man wirklich braucht und welches eher nicht.
    (tags: WordPress Blog)
  • Wenn Kreativität, Collaboration, Vernetzung und Musik zusammenkommen, dann entsteht das hier. Großartig!
  • Mark Leevan macht sich so seine Gedanken über die unterschiedlichen Ausprägungen der großen Social-Networking-Plattformen, darüber, was mit Twitter passiert, wenn nicht eine rasche Anpassung an die Hauptnutzer gelingt bzw. wer das nächste Twitter sein könnte.
  • Google antwortet auf seinem Europa-Blog (“Google’s views on government, policy and politics in Europe”) erwartungsgemäß auf den Vorwurf insbesondere deutscher Verleger, Google bereichere sich zu Unrecht am Content anderer: Sperrt Eure Online-Präsenzen eben ganz einfach gegen den Zugriff von Suchmaschinen (Stichwort: noindex) und seht, was dann passiert. Nicht ohne Süffisanz merkt Google an, dass da ein paar Entscheider wohl nicht ganz den “way, the web works” verstanden haben.

Einladung zu einem (nicht ganz so) kurzen Blick in die Zukunft

Eine ausführliche Präsentation von Google Wave. Aber Vorsicht, etwas Geduld ist schon gefragt: Die Videopräsentation läuft 1:20:12. Lohnt sich trotzdem.

Mitunter muss man kein Prophet sein, um zu erkennen, wenn sich Dinge mit hohem Zukunftspotenzial ankündigen. Es genügt völlig, den Kommunikationswellen im Internet zu folgen, die solche Ereignisse begleiten: Google Wave hat das Zeug, die Art und Weise auf eine neue Stufe zu heben, wie wir heute online miteinander kommunizieren und gemeinsam arbeiten. Das betrifft nicht nur die mittlerweile gut 40 Jahre alte E-Mail (per Outlook, Gmail oder anderen Mail-Clients), sondern auch eine Menge von Social Media-Konzepten, seien es Microblogging-Dienste (Twitter, Facebook, Friendfeed) oder Blogging-Plattformen (Typepad, Blogger, WordPress), Bilder- oder Videoplattformen (YouTube, flickr) oder Instant-Messaging-Technologien (AIM, ICQ, Skype): Wave integriert sie alle in einer einzigen Applikation, browserbasiert – und in Echtzeit.

Anders als früher Microsoft entwickelt Google seine Wave auf Open-Source-Basis – die Garantie dafür, dass sich das System schnell etabliert, dass Fehler rascher und kreativer behoben werden als in proprietären Entwicklungsumgebungen, und dass in kurzer Zeit eine Menge nützlicher Applikationen um den Kern herum entstehen können.

Ein kritischer Blick auf Wave wird sicherlich folgen müssen, wenn (später in diesem Jahr) erste Versionen für Interessenten und Tester in aller Welt frei geschaltet werden – nicht nur was Usability und Fehler angeht, sondern vor allem den Umgang mit Privatsphäre und Datenschutz. Eine solche Konzentration vernetzter Kommunikation ist ungeheuer sensibel und wirft eine Menge Fragen auf – vor allem, wenn es sich um vertrauliche Informationen und geschäftliche Kommunikation handelt. In diesen Fragen hat sich Google bislang nicht mit Ruhm bekleckert. Je nach Geschäftmodell erzeugt ein derart hoch integriertes System eine hohe Abhängigkeit seiner Nutzer und damit eine regelrechte Erpressbarkeit durch den Anbieter.

Erste Pressestimmen:

F.A.Z.: Google Wave – die Zukunft der E-Mail

chip.de: Google Wave: Werden Outlook & Co. überflüssig?
Golem.de: Google Wave – die neue Art der Kommunikation
heise.de: Google Wave: Der Echtzeit-Wiki-Kommunikator