Links: Wer Angst hat, wird die Welle nicht surfen
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Während sich die Optimisten nach amerikanisch-optimistischem Vorbild ausmalen, was eine Plattform wie Google Wave für Chancen birgt, sprechen die Kulturpessimisten mal wieder darüber, dass sie das alles schrecklich überfordert, und dass doch langsam mal Schluss sein müsste mit der fortschreitenden Komplizierung der Dinge. Was der schöne Artikel auf Spiegel online allerdings nicht sagt: Dass es früher oder später Leute geben wird, die solche Systeme mit völliger Selbstverständlichkeit bedienen und benutzen werden. Nur eben nicht die, die heute schon darüber jammern. Die werden sich früher oder später wundern, dass sie abgehängt sind – keineswegs jedoch alle.
Einladung zu einem (nicht ganz so) kurzen Blick in die Zukunft
Eine ausführliche Präsentation von Google Wave. Aber Vorsicht, etwas Geduld ist schon gefragt: Die Videopräsentation läuft 1:20:12. Lohnt sich trotzdem.
Mitunter muss man kein Prophet sein, um zu erkennen, wenn sich Dinge mit hohem Zukunftspotenzial ankündigen. Es genügt völlig, den Kommunikationswellen im Internet zu folgen, die solche Ereignisse begleiten: Google Wave hat das Zeug, die Art und Weise auf eine neue Stufe zu heben, wie wir heute online miteinander kommunizieren und gemeinsam arbeiten. Das betrifft nicht nur die mittlerweile gut 40 Jahre alte E-Mail (per Outlook, Gmail oder anderen Mail-Clients), sondern auch eine Menge von Social Media-Konzepten, seien es Microblogging-Dienste (Twitter, Facebook, Friendfeed) oder Blogging-Plattformen (Typepad, Blogger, WordPress), Bilder- oder Videoplattformen (YouTube, flickr) oder Instant-Messaging-Technologien (AIM, ICQ, Skype): Wave integriert sie alle in einer einzigen Applikation, browserbasiert – und in Echtzeit.
Anders als früher Microsoft entwickelt Google seine Wave auf Open-Source-Basis – die Garantie dafür, dass sich das System schnell etabliert, dass Fehler rascher und kreativer behoben werden als in proprietären Entwicklungsumgebungen, und dass in kurzer Zeit eine Menge nützlicher Applikationen um den Kern herum entstehen können.
Ein kritischer Blick auf Wave wird sicherlich folgen müssen, wenn (später in diesem Jahr) erste Versionen für Interessenten und Tester in aller Welt frei geschaltet werden – nicht nur was Usability und Fehler angeht, sondern vor allem den Umgang mit Privatsphäre und Datenschutz. Eine solche Konzentration vernetzter Kommunikation ist ungeheuer sensibel und wirft eine Menge Fragen auf – vor allem, wenn es sich um vertrauliche Informationen und geschäftliche Kommunikation handelt. In diesen Fragen hat sich Google bislang nicht mit Ruhm bekleckert. Je nach Geschäftmodell erzeugt ein derart hoch integriertes System eine hohe Abhängigkeit seiner Nutzer und damit eine regelrechte Erpressbarkeit durch den Anbieter.
Erste Pressestimmen:
F.A.Z.: Google Wave – die Zukunft der E-Mail
chip.de: Google Wave: Werden Outlook & Co. überflüssig?
Golem.de: Google Wave – die neue Art der Kommunikation
heise.de: Google Wave: Der Echtzeit-Wiki-Kommunikator