Wirtschaft

Links: Finden wir Google gut oder schlimm – egal, wir finden es unverzichtbar

  • “Auf der politischen Diskussionsebene hat sich eine Lagerbildung unter den Diskutanten etabliert: hier die Fanboys, unkritisch und immer nach vorne gerichtet, dort die rückwärtsgewandten Kulturpessimisten, die weder die Technik verstehen noch Disruption erkennen. Ein sachlicher Diskurs ist aber schwer möglich, wenn die Motivation und Kompetenz der jeweiligen Gegenseite angegriffen wird. Die Spitzenvertreter beider Lager, die gerade sich selbst für besonders gute Kommunikationsprofis halten, sollten einmal darüber nachdenken, wohin das eigentlich führen soll.” Exzellenter Beitrag von Christoph Kappes auf CARTA.
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Wie stiften Sie Kundennutzen? – Nennen wir es „ökonomische Empathie“

Manche Fragen hören sich ganz einfach an, aber die Antwort ist nicht ganz so simpel. Im Fall von „Kundennutzen“ und der anregenden Blogparade von Kerstin Hoffmann besteht das Problem wahrscheinlich darin, dass es sich bei dem Begriff um eine Worthülse handelt: Was Kundennutzen ist, bleibt so lange tot und leer, bis es gelingt, ein Gespräch über Beziehungen daraus zu machen. Ganz recht, über Beziehungen, auch wenn es geschäftliche sind.

Traditionell versucht die Ökonomie, alles in mathematischen Modellen abzubilden, was Einfluss auf das Ergebnis nimmt. Dass der Mensch dabei als Mensch eine erheblich größere Rolle spielt als ursprünglich angenommen, dass er also alles andere als rational und berechenbar handelt, das beginnt den Wirtschaftswissenschaftlern gerade erst zu dämmern: Die noch junge Disziplin der „Behavioral Economics“ untersucht genau diesen menschliche Faktor in ökonomischen Zusammenhängen. Und kaum irgendwo ist Irrationalität schöner zu beobachten als in Marketing und Kommunikation.

Wir sprechen also über Beziehungen. Nun sind bereits Beziehungen zwischen zwei Menschen so kompliziert, dass sie sich kaum verallgemeinern, geschweige denn in allgemein gültige Muster fassen lassen, auch wenn das immer wieder versucht wird. Um wie viel komplexer sind erst die Beziehungen zwischen Unternehmen – die ja in Wirklichkeit Beziehungsgeflechte zwischen einer Menge sehr unterschiedlicher Menschen auf unterschiedlichen Hierarchieebenen sind. Am besten lässt sich das mit einem Beispiel beschreiben: Ein Marketingleiter entscheidet sich für die Zusammenarbeit mit einem Agenturdienstleister. Warum? Vordergründig natürlich, weil die Agentur die kreativsten Vorschläge gemacht hat und – Achtung Beziehungsgeflecht! – der Einkauf die Beauftragung aus Kostengründen empfohlen hat.

Tatsächlich haben aber eine Menge anderer Faktoren mitgespielt – oft unterbewusste. Beispielsweise könnte es sein, dass der Auftraggeber sich einfach am meisten Spaß in der Zusammenarbeit mit dem Agenturteam verspricht, für das er sich entschieden hat. Der Wettbewerber war inhaltlich zwar vergleichbar gut und hatte sogar ein bisschen kostengünstiger angeboten. Aber leider kam er nicht so sympathisch rüber, weil die Agenturchefin am Vorabend heftigen Streit mit ihrem Lebenspartner hatte, vor der Präsentation unausgeschlafen und überreizt ihren Kreativchef runtergeputzt hat, so dass der nur wenig von seinem sonst glänzenden Charisma zeigte. Ist der Lebenspartner gar ein guter Freund des Marketingleiters, und der weiß bereits, dass sie sich trennen werden? Welche Rolle spielt der Vorstand eine Hierarchieebene höher?

Es wäre bei weitem zu kurz gegriffen, wollte man Kundennutzen nur an vordergründig rationalen Aspekten festmachen. Manch eine Agentur hat Wettbewerbe schon dadurch für sich entschieden, dass sie exakt das Gegenteil dessen präsentierte, was als Auftrag im Briefing stand. Dass es Kundennutzen sein kann, von dem abzuweichen was gefordert war, setzt allerdings ein fortgeschrittenes Einfühlungsvermögen voraus – das ist hohe Kunst. Dass Menschen keineswegs immer so handeln wie sie reden, damit jedenfalls befasst sich eine andere noch junge Wissenschaft, das Neuromarketing bzw. die Neuroökonomie, ein Ableger der Hirnforschung. Im Marketing stieß man auf das Phänomen, weil Konsumentenbefragungen in schöner Regelmäßigkeit vollkommen andere Aussagen lieferten als das tatsächliche Kaufverhalten belegte. Offenbar war es so, dass nicht nur die Befragungssituation direkten Einfluss auf die Antworten nahm, auch unbewusste Prozesse spielten eine große Rolle. Beim Neuromarketing finden Befragungen im Computertomografen statt: Man sieht sofort, ob der Befragte tatsächlich meint, was er behauptet.

In einer zunehmend vernetzten Beziehungswirtschaft – und nichts anderes ist die Ökonomie des 21. Jahrhunderts – braucht es immer mehr emotionale und soziale Kompetenz. Damit sind wir der Antwort auf die Frage was Kundennutzen sein könnte, ein gutes Stück näher gekommen: Kundennutzen ist die Fähigkeit zur Empathie in einem Beziehungsgeflecht. Nennen wir es „ökonomische Empathie“. Was das konkret bedeutet, braucht aber noch ein bisschen zusätzliche Erklärung.

Es kommt nämlich noch ein weiterer Faktor hinzu, ich nenne ihn „Beratungsauftrag“: Neben den bereits erwähnten menschlichen Beziehungen gibt es noch weitere Beziehungsfaktoren, und die sind abermals sehr abstrakt, weil es sich um reine Projektionen handelt, um Images. Die bekannteste Form einer solchen Projektion ist die Marke: Sie lässt sich nur dann zum Leben erwecken, wenn sie von jemandem interpretiert wird. Unternehmen glaubten lange Zeit, sie wären es, die die alleinige Kontrolle darüber hätten, welches Image ihre Marke außerhalb des Unternehmens genießt. Im Zeitalter begrenzter Kanäle und knapper Medienpräsenzen war das auch oft der Fall. Kundennutzen bestand lange darin, dem Werbungtreibenden a) das gewünschte Image seiner Marke möglichst kreativ zu übersetzen und b) die geeigneten Kanäle zu wählen, um die Botschaft optimal zu verbreiten.

Mittlerweile bewegt sich die Macht der Imagebildung zunehmend in Richtung der Konsumenten: Sie sind es, die das Image einer Marke immer stärker mit prägen. Und sie scheren sich einen feuchten Kehricht darum, welches Image das Unternehmen dahinter gerne hätte, reden auf allen möglichen Kanälen über die Marke und beeinflussen so deren Image – wenn nicht positiv, dann unter Umständen sehr schnell negativ. In jüngster Vergangenheit gab es einige Fälle, in denen Unternehmen diese Macht dramatisch unterschätzt – und die eigene Marke damit ordentlich beschädigt haben. In diesem Fall hätte Kundennutzen möglicherweise darin bestanden, das Geflecht Sozialer Medien zu verstehen und dem Kunden einen Weg vorzuschlagen, wie er daran teilnehmen könnte, um seine Kommunikationsziele zu erreichen oder Schaden zu begrenzen. “Beratungsauftrag” wäre also, gegen das mangelnde Sachverständnis beim Kunden etwas durchzusetzen, was seine Marke vor Schaden bewahrt.

Es wird jetzt langsam Zeit, eine konkrete Antwort zu geben: Kundennutzen ist die Fähigkeit, sich in seinen Kunden hineinzuversetzen, das hatten wir bereits erwähnt. Aber wer ist eigentlich der Kunde? Ist es der Budgetgeber? Wie viele Präsentationen werden in erster Linie für den Vorstand gemacht und gar nicht für die Zielgruppe? Eine Kommunikationskampagne kann natürlich nur starten, wenn der Budgetgeber sie gut findet. Erfolgreich sein kann sie aber nur, wenn sie jene Menschen anspricht, die sie erreichen soll. Ist der Marketingleiter vielleicht der wichtigste Kunde? Wer sagt mir, dass er nichts anderes im Kopf hat als sich zu profilieren, um die nächsthöhere Stufe der Karriereleiter zu erklimmen? Vielleicht weiß er schon, dass er in ein paar Monaten zum Wettbewerb wechseln wird? Ist dann das Unternehmen der wichtigste Kunde, als abstrakte Größe, beispielsweise definierbar über seinen Markenkern? Und dann die äußeren Faktoren: Was nützt mir das ganze Wissen um die Notwendigkeiten, wenn ich viel zu wenig Zeit habe und kein Budget?

Kundennutzen ist, auf all diese Fragen eine angemessene Antwort geben zu können. Und das kann nicht jeder. Zum Glück.

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Schöne Stimme kalt (balance disorder)

Am Telefon spricht sie von Dingen, die getan werden müssen. Sachlich, korrekt, dienstlich. Sie will sie weg haben, vergessen können, abhaken, schnell, schmerzlos. Kein Feuer, keine Emotion. Das Wort dienstlich ist greifbar bei ihr, dauergelangweilte Klanggestalt mit halb geschlossenen Lidern. Spürbare Enttäuschung darüber, was die Dinge zu sein versprachen, und was sie nun nicht sind. Die Müdigkeit jener, die schon alles gesehen haben. Dafür ist sie viel zu jung. Besser: Gelangweilte Arroganz der Jugend, die sich für so außergewöhnlich hält, dass sie Gewöhnliches als Zumutung empfindet. Pflicht. Sie wird gezwungen zu tun was sie tut, daran lässt sie keinen Zweifel.

Gleichgewichtsstörungen beim vorerst gescheiterten Versuch, lieber ungewöhnlich zu leben. Ein weiteres Opfer jenes semantischen Irrtums namens Work-Life-Balance. Als bildeten Arbeit und Leben zwei entgegengesetzte Pole, die es in Einklang zu bringen gelte. Als ob niemals lebt, wer arbeitet, als ob Arbeit ausschließlich notwendiges Übel und Leben ausschließlich arbeitsfreies Glück bedeutet. Sie legt auf. Es ist gesagt, was gesagt werden muss.

Ich frage mich, wie sie wohl aussieht. Tolle Stimme, wirklich.

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Eigentlichkeitssabbatical

72 Prozent der Deutschen glauben, dass man in fünf bis zehn Jahren nicht mehr gut in der Bundesrepublik leben kann, sagt eine Umfrage der “Welt” / an Länder denken, in denen ein paar Euro monatelang zum Leben reichen / in denen keine Heizung nötig ist, kein Wintermantel und keine Anzüge im Schrank / in denen sich die Ansprüche von selbst reduzieren / der Luxus der Zukunft verabschiedet sich vom Überflüssigen und strebt nach dem Nötigen: Ruhe / an die Menschen denken, die einen Monat auf den Beinen sind für umgerechnet zehn Euro, und die trotzdem lachen / sich fragen, warum man diese Menschen eigentlich beneidet / darüber nachdenken, ob das Schielen nach alternativen Lebensentwürfen nichts weiter bedeutet als einfach zu wenig zu wissen von den Leiden des jeweils anderen Lebens / nachrechnen, wie lange man sparen müsste, um ein paar Jahre in einem fernen Land zu leben / überlegen, welches Land es sein würde / den großen Atlas hervorholen und sich in feinen Linien verlieren / sich ausmalen wie es wäre, Zeit zu haben zum nachdenken, zum schreiben, am Strand zu laufen, zu fotografieren / sich fragen, warum Strand eigentlich so wichtig ist / sich fragen, ob die sich mit der Ruhe einstellenden Ideen und Pläne einen nicht unweigerlich nach kurzer Zeit zurücktreiben würden in Rastlosigkeit und neue Geschäftigkeit.

Sich eine kleine Existenz ausmalen, einen Kiosk, einen Tauchpunkt mit Boot, ein Restaurant mit großer Terrasse / fette Boxershortärsche und rotgegrillte Prolls mit Drecksmanieren drücken in den Gedankenpark / die Idee mit dem Restaurant gleich wieder verwerfen / sich vorstellen, wie sich durch einen solchen Lebensabschnitt die Sicht auf die Dinge verändern würde / sich überlegen, wie lange man in der Lage wäre, das Schöne wahrzunehmen, wenn das Außerordentliche Alltag wird / überlegen, welche Unerträglichkeiten die euphorische Seele ausblendet / sich eingestehen, dass ein solcher Traum keine Perspektive auf Dauer wäre / sich eingestehen, eigentlich zu weit zu sein – und ja, auch schon zu alt / da draußen ist die ganze Welt / so groß, so unüberschaubar / es gäbe dort so viel zu erleben / zu viel / da bleiben sie lieber zuhause / Schiffbrüchige im Meer der Möglichkeiten / Selbstverwirklichung war / im Selbst, das hat sich herausgestellt, ist eben auch nichts los / darüber nachdenken, dass Glück nichts zu tun hat mit dem richtigen Strand / mehr mit dem richtigen Tun / die Frage ist ja nicht, wie man überlebt / sondern wie man es in Würde und in ganzen Stücken tut.

Darüber nachdenken, ob man am Ende einer solchen Erfahrung einer beschleunigenden westlichen Leistungskultur noch gewachsen wäre / was eigentlich so erstrebenswert, nein, erhaltenswert ist an einer westlichen Leistungskultur / Extrempositionen sind allesamt interessant, aber sie treffen nie die Wirklichkeit / sich wenigstens ein bisschen mehr Sonne wünschen und weniger Winter / nur etwas mehr als ein Viertel der Deutschen glauben heute daran, dass es sich in fünf bis zehn Jahren noch gut in der Bundesrepublik leben lässt / eigentlich müsste man sich darüber klar werden, was “gut leben” tatsächlich bedeutet / darüber nachdenken, welche Rolle die Einschränkung “eigentlich” in Sätzen spielt / sich eingestehen, dass man es dann im Grunde genommen anders meint oder das Gesagte eben nicht tut / laufen gehen, um das Denken mit Sauerstoff und Endorphinen zu bestechen / “eigentlich” ist ein vollkommen überflüssiges Wort.

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Über den Umgang mit Disruptionen – eine Ergänzung

Andreas Göldi beschäftigt sich auf netzwertig.com mit der Frage, warum sich viele Führungspersönlichkeiten so schwer mit sog. disruptiven Techniken tun: “Warum der Umgang mit Disruptionen so schwierig ist

Ich möchte einige Gedanken ergänzen:

1. Managern fehlt der Unterbau an verknüpftem Wissen zu neuen Trends: Ein Phänomen wie Twitter lässt sich nur sehr schwer fassen, wenn man von Bloggen nichts mitbekommen hat bzw. schon Bloggen für irrelevant hielt. Das vergleiche ich gerne mit komplexen und hoch entwickelten Computerspielen: Viele Genrevertreter (Rollenspiele, Adventures, Strategiespiele) sind nichts für Einsteiger. Man muss im Laufe seiner Computerspielkarriere bestimmte Lösungslogiken und Spieltechniken schon kennengelernt und eingeübt haben, um für das neustes Spiel ein entsprechendes Lösungsinstrumentarium parat zu haben. Dies ohne Vorkenntnisse zu schaffen, ist zwar nicht völlig unmöglich aber weitaus mühsamer  als mit Vorkenntnissen – auf dem Weg geht schnell die Motivation verloren. Ein Manager wäre also vielleicht ein gewiefter Poker- oder Schachspieler – aber  ein lausiger Anfänger bei einem solchen Computerspiel. Welches Spiel würde er vermutlich bevorzugen?

2. Im Web 2.0 kommt ein zusätzlicher Faktor dazu: Führungspersönlichkeiten sind darauf angewiesen, dass ihnen Trends in evolutionsähnlichen Kaskaden nach oben zugetragen werden, von Medien und Personen ihres Vertrauens. Meist braucht es mehrfach den gleichen Impuls aus verschiedenen Quellen, um die Schwellenreaktion auszulösen “Mist, darum muss ich mich jetzt endlich mal kümmern”.

Im Kulturkampf um die Nachrichtenhoheit passiert jedoch das exakte Gegenteil: Viele klassische Qualitätsmedien (die von 50-jährigen Männern gelesen werden) haben kein besonderes Interesse daran, jenen Neuerungen Vorschub zu leisten, die sie in ihrer Existenz bedrohen – Webtrends dringen dadurch noch später nach oben durch. In Managementkreisen gilt es mitunter sogar als en vogue, gar keinen Computer am Arbeitsplatz zu haben, sich Mails ausdrucken und von der Sekretärin ins Zimmer bringen zu lassen “PCs sind fürs Fußvolk”: Man kann es sich leisten, sich nicht mit diesen Zeitfressern auseinandersetzen zu müssen.

3. Last not least “die Prioriätenfalle”: Weil nicht Zeit für alles ist, muss die Entscheidung, wofür die knappe Zeit investiert wird, fast zwangsläufig nach Ertrags- und Renditegesichtspunkten fallen – viele Neuerungen werden also quasiautomatisch ausgeblendet (imZweifelsfall muss ein Großteil der Zeit in interne Machtkämpfe investiert werden). Megatrends erfordern jedoch einen erheblichen Zeitvorlauf: Twitter z.B. mit seinem Universum von Tools, ohne die man den Dienst gar nicht richtig nutzenbringend einsetzen kann, steht prototypisch für das Freakstadium einer Plattform. Dem Außenstehenden bleiben die Perspektiven also schon deswegen sehr lange unzugänglich, weil die Auseinandersetzung mit der Detailtiefe einen Zeiteinsatz erfordert, den eine Führungspersönlichkeit Kraft ihres Amtes nicht aufbringen kann: Man würde ihr zu Recht vorwerfen, sie verschwende ihre  Zeit und könne Prioritäten nicht richtig setzen.

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Bösenbarometer

Flehman Brothers
General Mutlos
Bayerische Landeszwang
IKWeh
Hyper Viel Riskiert
Achillesbörse
Down Jones
Lehrverkauf
Commerzkrank

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Das Lexikon der BWL

B

Bad Bank: Kurort für ganz besonders arme Scheine.

Boom: Extreme Renditeerwartung, die im großen Knall endet.

Budget: Kleinster gemeinsamer Nenner zwischen Größenwahn und Krisenwahn.

E

Eurofighter: Kampf um jeden Euro.

F

Firebrigade: Fälschlicherweise oft für einen Teil der Personalabteilung gehalten.

Freelancer: Kreativer, steht meistens mit runtergelassenen Hosen da.

G

Gieraffenhals: Extremität, die einfach nicht voll zu kriegen ist.

H

Haushalt: Zustand, bei dem alle Zeichen im Haus auf “Halt” stehen.

I

Inflation: siehe auch: Mehrscheinchenepidemie.

K

Kraut-Sourcing: Rezept, bei dem wahllos Rüben weich gekocht werden.

L

Landesverband: Maßnahme zur Sanierung von Landeskranken, mitunter verbunden mit tiefen Einschnitten.

M

Mehrscheinchenepidemie: siehe auch Inflation

Member of the Board: mit Glied und Brett vor dem Kopf.

S

Scheiterhaufen: Abteilung gefeuerter Investmentbanker.

Schwachbrett: Management Board für taktische Spielchen.

T

Tonangeber: Führungskraft mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein.

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Theater der Ratlosigkeit

Geht es weiter wie bisher?
So kann es nicht weitergehen.
Nichts geht weiter wie bisher.
Als ob es weiterginge wie bisher.
Es ging schon immer nicht weiter wie bisher.
Es ist viel zu ruhig.

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Jammern auf hohem Niveau

Wir sind über die Maßen erfolgreich, kriegen nur kein Geld dafür.

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Dämmerung des falschen Bewusstseins

Und doch sah man niemanden mehr, der hinter dem allen stand. Alles drehte sich fortgesetzt um sich selbst. Die Interessen wechselten Stunde um Stunde. Es war nirgends ein Ziel mehr. (…) Die Leiter verloren den Kopf. Sie waren bis zur Neige ausgepumpt und verkalkt. (…) Jeder Mensch im Lande begann zu merken, es klappt nicht mehr.
(Franz Jung, Die Eroberung der Maschinen, 1921)

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