Leben

Die Nachrichtenlage

Das Meer der Stille ist nicht irdisch, es liegt auf dem Mond

Das Meer der Stille ist nicht irdisch, es liegt auf dem Mond

Am Anfang scheint alles wichtig und erwähnenswert und unverzichtbar, so lange, bis einem zum Schluss kaum noch etwas wirklich wichtig vorkommt. Schade, dass diejenigen, die einem etwas zu sagen hätten, schon um so viel stiller geworden sind als jene, die laut sein müssen.

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Links: Des Fokussierten Alptraum

  • “Nichtstun ist eine gute Option nicht wegen der Erholung, die ist mir suspekt, sondern wegen der Offenheit, die das Nichtstun mit sich bringt: Wer nichts tut, dem kann viel passieren. (Nicht daß ich erwarten würde, daß auf Sylt irgend etwas passieren würde, selbstverständlich passiert Mitte März auf Sylt genau gar nichts, und in drei Tagen in einem langweiligen Hotel erst recht nicht, aber Nichtstun muß man üben — und überhaupt neu lernen nach einer langen Phase des Fokussiertseins.)”
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Wovon du keinen blassen Schimmer hast, liebes Internet

Bleibt im Internet nichts übrig von: Die schöne Grausamkeit der Eiskönigin

Bleibt im Internet nichts übrig von: Die schöne Grausamkeit der Eiskönigin

Der böige Wind, der Eiswolken über die offenen Flanken des Geländes peitscht. Eiskristalle, die wie winzige Geschosse auf Kleidung und Gesicht treffen. Die Sonne, die trotz der Kälte das ungeschützte Gesicht verbrennt und austrocknet. Der abgeblasene Hang, an dem zwischen schroffen Brocken nur noch Eis liegt, das im Gegenlicht kalt in der Sonne glänzt. Die trügerische Harschdecke, die an einer Stelle trägt und uns einen unbedachten Schritt weiter knietief einsinken lässt. Die Fingerkuppen, die in der schneidenden Kälte schon nach fünf Minuten Fotografieren ohne Handschuhe gefühllos werden und dann höllisch zu schmerzen beginnen. Die Funktionskleidung, die fürs Gehen am Berg perfekt ist, in der man nach wenigen Minuten Stillstand aber bereits friert. Hier oben ist das Reich der Eiskönigin, und auch bei glänzender Laune bleibt sie eine grausame Herrscherin.Von alledem, liebes Internet, von alledem, was Abenteuer zu Abenteuern und Erlebnisse erst unvergesslich macht, hast du leider nicht den blassesten Schimmer!

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Halbeisheiten: Schneeweißchen und Rosenbrot

In Zeiten des Klimawandels bekommt ein harter Winter eine eigene Qualität

In Zeiten des Klimawandels ist ein harter Winter nicht einfach Wetter, sondern ein irritierendes Ereignis von eigener Qualität

Im Inuktitut, der Sprache der Inuit, gäbe es mindestens ein Dutzend Wörter für Schnee, in Grönland gar über hundert, doziert er in die gleißende Wintersonne. Hat wohl gerade “Fräulein Smillas Gespür für Schnee” gelesen oder eine Ausgabe der New York Times von 1988. Frischer Pulverschnee habe ebenso ein eigenes Wort wie weicher Schnee unter einer Harschdecke, Wörter für festgetretenen Schnee gäbe es, für sulzigen Schnee oder für nassen, für Eisgraupeln und für jungen Schnee. Die eisige Umwelt habe ihre Sprache geprägt, sagt er, und daher habe niemand sonst auf der Welt so lebendige Ausdrücke für Schnee wie die Eskimos.

Ich kneife die Augen ein wenig zu, blinzle in die Sonne und denke daran, dass niemand sonst auf der Welt so abstruse Wortkreationen für immer gleiches Backwerk erfindet wie die Bäcker in München, und ob das wohl auch an der Umwelt liegt. Und warum sie immer persönlich beleidigt sind, wenn man sich weigert, ein “Kraftikus” zu verlangen oder eine “Pfisterer Sonne” und störrisch auf “das Brot da oben links” zeigt. Und ob das bei den Inuit nicht so ähnlich ist. Ich sage aber nichts. Denn auch bei den Inuit gibt es nicht so viele Wörter für Schnee wie angenommen, das ist mittlerweile erwiesen. Die Diskussion wäre mir aber viel zu kleinkariert und zu unromantisch. Wann hatten wir schließlich das letzte Mal solchen Schnee?

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Schneewald

Winterwald I

Winterwald I

Die Romantik der tief verschneiten Hänge wurde nur hie und da unterbrochen von einzelnen Lichtungen, die verschiedene Stürme in den letzten Jahren in den Wald geschlagen hatten. Früher, da habe es das nicht gegeben, sagte er. Außer die Arbeit der Holzknechte vielleicht, die sei hart gewesen und viel gefährlicher als heute, und beim Flößen der Holzstämme ins Tal sei so manch einer nicht wieder gekommen. Aber das gebe es heute nicht mehr. Heute machten das Holzerntemaschinen, sogenannte Harvester, die kröchen wie Stahlspinnen auf Riesenbeinen in den Wald, bissen ganze Bäume ab und ließen nur die Äste zurück, alles in einem Arbeitsgang. Nur an die steilen Hänge, da kämen sie nicht hin, das Ausdünnen nach Stürmen sei immer noch Handarbeit. Früher, da sei alles besser gewesen. Er lebt von Touristen. Nicht vom Holz.

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Kaminfeuer

Kaminfeuer

Eigentlich reicht es vollkommen aus, den Zweifeln der beschleunigenden Kultur ein sicheres Gefühl dafür entgegen setzen zu können, was einem gut tut.

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Im Rauchhaus

Im Rauchhaus Seeon

Im Rauchhaus Seeon

Wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, wo man am derben Holztisch hinter schimmernden Gläsern darüber sinniert wie es wohl gewesen sein mag anno 1650, wo die Welt etwas zu sein vorgibt, was sie längst nicht mehr ist und was sie möglicherweise auch niemals war, dieses Gefühl vom einfachen Leben oder wenigstens vom einfacheren, wo es den ganzen langen Winter wenig mehr zu tun gibt als dafür zu sorgen, dass das Feuer nicht ausgeht. Dass das Feuer nicht ausgeht: Von allen Aufgaben vermutlich ohnehin die wichtigste. Im Rauchhaus in Seeon.

http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=Seeon&sll=51.151786,10.415039&sspn=35.533037,35.112305&ie=UTF8&hq=&hnear=Seeon,+Traunstein,+Bayern&ll=47.950386,12.44854&spn=0.294334,0.274315&t=h&z=12
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Wo warst Du all die Jahre? (in der Agentur)

“Entweder du opferst uns dein ganzes Leben, oder wir lassen dich nicht an coolen Projekten arbeiten”, war seinerzeit eines der zahlreichen treffenden Zitate aus Douglas CouplandsGeneration X“: Agenturmitarbeiter versinken mitunter ihr gesamtes Arbeitsleben in einem reißenden Strom aus Projektstress, der so gut wie keinen Raum mehr für anderes lässt, auch nicht für das, was man gemeinhin Leben nennt. Wenn dann irgendwann mal etwas Einschneidendes passiert, kommt das große Erwachen. Ein Film über Leute nach der Karriere in der Werbung: Lemonademovie.com

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Einfach mal laufen lassen

Als ob es nicht irgendwie schon klar wäre: “Ich komme nicht mehr mit“, ist nichts weiter als eine nicht ganz angemessene Sicht auf die Dinge, weil sie aus der Gegenwart heraus formuliert wurde, und die eignet sich nur ansatzweise dazu, verständlich zu machen, warum bald vieles selbstverständlich sein wird. Weil es dann einfach da ist, uns umgibt und einfach so funktioniert. Wie beispielsweise die Natur:

Trillions from MAYAnMAYA on Vimeo.

via Netzpolitik

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Wo bitte bleibt die Relevanzzz!

Starnberger See bei Ammerland

Starnberger See bei Ammerland

Am schönsten ist der Starnberger See, wenn man ihm nicht allzu nahe kommt, fern von den”Privatgrund”- und “betreten verboten”-Beschilderungen, die an Zäunen, Mauern und Hecken den direkten Zugang zum See beinahe überall an seinen Ufern versperren. Schön ist er von den sanften Hügeln rund um sein Ost- und Westufer, aufgehäuft von den Gletschermoränen der letzten Eiszeit. Von dort genießt man einen Blick über das Voralpenland und die gesamte Ausdehnung des Gewässers und bei schönem Wetter auch auf die Bergkette des Ostalpenkamms, der nach Westen im trotzigen Klotz des Zugspitzmassivs abbricht. Schön ist der Starnberger See aber auch direkt vom Wasser aus, wenn nicht aus einem eleganten Boot, auf dem zum Mitsegeln einen der ein oder andere Bekannte geladen haben mag, wenn nicht auf einem Boot,  weil zum Beispiel gerade Winter ist,  dann doch wenigstens ein paar Schritte vom Ufer entfernt auf den zugefrorenen Rändern des Sees.

Dies alles, wird der geneigte Leser einwenden, mag nun wirklich interessieren wen will, uns jedenfalls nicht, ob er denn nichts von größerer Relevanz zu erzählen habe? Nun, was wirklich von Bedeutung ist, liegt wie immer im Auge des Betrachters. Ein See, der 21 Jahre braucht, um einmal sein Wasser auszutauschen, kann einen auf ganz andere Gedanke bringen als die Atemlosigkeiten des Tagesgeschäfts. Aber um dahin zu kommen, braucht man eben ein wenig Geduld.

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