Links: Zwischenzeitwahrnehmungen
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“Unser Zeitalter steht meines Erachtens unter dem Eindruck zweier großer kultureller Signifikanten. Da ist einerseits ein analoges System, das unseren Eltern gehörte und mittlerweile von Einschusslöchern durchsiebt ist. Dies symbolisiert das Symbol des verfallenen Schlosses. ‘Gothic Hightech’: die Ruinen des Unhaltbaren, des nicht Nachhaltigen. Das andere Symbol sind die Favela-Slums. ‘Favela Chic’: die informalisierte, illegalisierte, hoch vernetzte Struktur der neuen Ordnung, die sich gerade bildet – alles, was man im 21. Jahrhundert an wirklich Neuem macht und was noch nicht domestiziert oder von der Gesellschaft vereinnahmt wurde.” Der Science-Fiction-Autor Bruce Sterling mit einem Transskript eines ziemlich abgedrehten und dennoch hochspannenden Vortrags anlässlich der Transmediale.
Links: Design hilft, den Wandel erträglicher zu machen
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“Wir tun uns nicht leicht mit Revolutionen, vor allem dann nicht, wenn sie so häufig und so heftig auftreten wie in den letzten 150 Jahren der Menschheitsgeschichte. Es gibt dann immer nur ein paar wenige, die für das Neue schon bereit sind, während die große Masse dazu neigt, diese Leute entweder zu bewundern oder sie als Ketzer zu verteufeln.” Ein Text von Paola Antonelli, Chefkuratorin am MoMa New York über Design – und zugleich ein Stück, das viel mit dem zu tun hat, was gerade im Web passiert: Kulturwandel (PDF zum Download)
Links: Des Fokussierten Alptraum
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“Nichtstun ist eine gute Option nicht wegen der Erholung, die ist mir suspekt, sondern wegen der Offenheit, die das Nichtstun mit sich bringt: Wer nichts tut, dem kann viel passieren. (Nicht daß ich erwarten würde, daß auf Sylt irgend etwas passieren würde, selbstverständlich passiert Mitte März auf Sylt genau gar nichts, und in drei Tagen in einem langweiligen Hotel erst recht nicht, aber Nichtstun muß man üben — und überhaupt neu lernen nach einer langen Phase des Fokussiertseins.)”
“Es entsteht eine neue Form von Intelligenz”
Ulrike Reinhard (auf deren Projekt “Conversations at the beginning of a new time” ich hier hinweisen möchte) hat den Hirnforscher und Unternehmensberater Peter Kruse zum Internet befragt. Kruse, dessen Videos ein (bislang noch erstaunlich kleiner) Kreis Interessierter schon länger über Youtube verfolgt, spricht diesmal über die Frage, was die Intelligenz eines Gehirn ausmacht (die Fähigkeit zur Aufmerksamkeit, zur Vernetzug und zur Bewertung), ob sich diese Definition auf das übertragen lässt, was im Netz passiert, was von diesen Eigenschaften bereits heute realisiert ist und was nicht – worin also die zentralen Herausforderungen für die Zukunft liegen. Kruse versucht sich an einer Beschreibung dieser neuen kollektiven Intelligenz (die er “Intelligenz zweiter Ordnung” nennt, und die er für etwas deutlich anderes hält als Schwarmintelligenz). Er spricht über Aufmerksamkeit im Netz und über die Resonanzwirkungen des Internet auf die Offline-Welt. Eigentlich ein abendfüllender Themenkreis – in der vorliegenden Form aber dennoch ein hochanregendes Stück. Gefunden bei Leander Wattig.
Links: Zeit bedeutet im Internet für jeden etwas anderes
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David Gelernter, kluger Gegenpart von Frank Schirrmacher auf dem vergangenen DLD, tritt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung künftig als Kolumnist auf – sein erstes Stück dreht sich um die Frage der Zeitwahrnehmung im Internet: “Im Netz von morgen ist nicht mehr der Raum das ordnende Prinzip, sondern die Zeit.” Die persönliche Komponente besteht darin, wie man seinen persönlichen “Lifestream” organisiert – aus welchen Daten er besteht und wie schnell er fließt – das Internet gibt jedem seinen persönlichen Lebensstrom, der sich von allen anderen unterscheidet. Dass allerdings jeder, der etwas zu sagen hat, immer gleich ein Manifest verfassen muss, finde ich mittlerweile ein bisschen skurril. Also gut: Noch ein Manifest. Aber ein interessantes.
Der Sound zur Website
Lustig: Auf codeorgan.com gibt man den URL seiner Webseite ein, und die Maschine spielt, was ihr dazu einfällt. Einfach mal verlinkt, ohne tiefer in die Materie einzusteigen. Interessieren würde mich, was codeorgan für Daten zugrunde legt, was die Site also ausliest, um zum individuellen Sound zu finden.
Links: Schon wieder dieses Internet. Das wird ja echt anstrengend, langsam.
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Jürgen Kuri, Altmeister und stellvertretender Chefredakteur der IT-Großinstanz “c’t” aus Hannover verlässt sein angestammtes Terrain und spricht über den Gedanken der Aufklärung in Zeiten des Internet, über Freiheit und Kontrollverlust , über Selbstbestimmtheit und den Glauben an einen Maschinengott. Da geht es also um alles. Es gab Zeiten, da hätten Philosophen milde über Typen gelächelt, denen es um alles ging. Weil es da Jahrzehntelang nichts mehr zu sagen gab. Das Nachdenken über das Sein galt als tot, als sinnlos. Täuscht es mich, oder startet diese Diskussion nun neu, noch leise – aber mit immer mehr Stimmen?
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Ah. Endlich erklärt mal einer das Internet. Mit Video. Mit Infografiken. Sogar mit Infografiken im Video! Und mit ein bisschen Ironie. Das finde ich besonders gut. Die bookmarke ich mal, die Kontextschmiede von Jakob Jochmann aus Düsseldorf.
Links: Die vier Musketiere des Medienmix – Paid, Owned, Earned und Curated Media
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Marken nutzen Medien auf unterschiedliche Weise, und daraus leiten sich die unterschiedlichen Arten der Markenkommunikation mit ab. Martin Oetting von trnd hat mal vier Medientypen formuliert, die er als Paid, Curated, Owned and Earned Media bezeichnet. Das Interessante daran ist, dass diese Differenzierung so gut wie noch nirgends stattfindet – geschweige denn, dass Unternehmen ihr Engagement entsprechend gewichten.
Links: Zeiten des Informationsüberflusses brauchen einen anderen Journalismus als Zeiten des Informationsmangels
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Keine neue Diskussion, die Stefan Niggemeier führt. Keine neuen Erkenntnisse für jeden, der seinen Job als Medienschaffender tatsächlich ernst nimmt und auch das Internet als Medium. Aber eine Menge Gedanken, die man einfach nicht oft genug wiederholen kann.