Dass das sowohl ebenso richtig ist wie das als auch, ist die bittere Erkenntnis einer Wirklichkeit, in der mehrere Wahrheiten gleichzeitig nebeneinander existieren können. Das hilft aber nicht weiter, wenn es um zentralen Werte der Freiheit geht. Eine Antwort muss gefunden werden auf Fragen, die sich nicht zum ersten Mal in der (Medien)geschichte stellen: Was muss Freiheit wert sein,dem Einzelnen und Allen, wo beginnt die Unfreiheit? Sind die euphorischen Utopisten nicht zu blauäugig? Wird die Chance, die das Internet bietet, nicht unausweichlich enden in einem Apparat totalitärer Überwachung, in dem Superkonzerne herrschen und den Staaten für ihre Machtinteressen nutzen “weil sie es können”?
Der Beitrag “Das Unbehagen an der digitalen Macht” ist ein Interview, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Wissenschaftsblog edge.org geführt hat – Clay Shirky vertritt dabei die Seite der Optimisten, Evgeny Morozov die der Internet-Skeptiker. Lesenswert – in Summe aber doch ein bisschen enttäuschend, weil es ähnlich einer Talkshow zwar zu einem Austausch von Argumenten kommt, nicht jedoch zu einem Ansatz, an dem entlang sich konstruktiv weiterdenken ließe.