Am schönsten ist der Starnberger See, wenn man ihm nicht allzu nahe kommt, fern von den”Privatgrund”- und “betreten verboten”-Beschilderungen, die an Zäunen, Mauern und Hecken den direkten Zugang zum See beinahe überall an seinen Ufern versperren. Schön ist er von den sanften Hügeln rund um sein Ost- und Westufer, aufgehäuft von den Gletschermoränen der letzten Eiszeit. Von dort genießt man einen Blick über das Voralpenland und die gesamte Ausdehnung des Gewässers und bei schönem Wetter auch auf die Bergkette des Ostalpenkamms, der nach Westen im trotzigen Klotz des Zugspitzmassivs abbricht. Schön ist der Starnberger See aber auch direkt vom Wasser aus, wenn nicht aus einem eleganten Boot, auf dem zum Mitsegeln einen der ein oder andere Bekannte geladen haben mag, wenn nicht auf einem Boot, weil zum Beispiel gerade Winter ist, dann doch wenigstens ein paar Schritte vom Ufer entfernt auf den zugefrorenen Rändern des Sees.
Dies alles, wird der geneigte Leser einwenden, mag nun wirklich interessieren wen will, uns jedenfalls nicht, ob er denn nichts von größerer Relevanz zu erzählen habe? Nun, was wirklich von Bedeutung ist, liegt wie immer im Auge des Betrachters. Ein See, der 21 Jahre braucht, um einmal sein Wasser auszutauschen, kann einen auf ganz andere Gedanke bringen als die Atemlosigkeiten des Tagesgeschäfts. Aber um dahin zu kommen, braucht man eben ein wenig Geduld.