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Fabel-Haft

Komm, erzählen wir uns gegenseitig Geschichten, sagte der Tiger zur Straßenratte. Dass ich nicht lache, sagte die Ratte, das wär’ mir ja ein ungleicher Tausch. Zookätzchen, was hättest du mir zu erzählen? Willst du vom Wärter berichten, der täglich Tigerkacke schaufelt? In einer einzigen Nacht erleb ich mehr im Kanal als du während eines Monats hinter Stäben, Raubtier, du!

Ja, sagte der Tiger leise, ein Tiger der nicht tötet, das ist wie Zeitgeist ohne Lärm, Jugend ohne Zorn, man ist nur ein armer Clown. Doch deine Freiheit kann nicht meine sein, als Tiger im Abwasser, was wär’ denn das. Wahr, wie wahr, grinste die Ratte, bleib nur wo du bist und überlass den Ratten den Untergrund. Eine Story wär’s aber trotzdem, die Katze im Kanal. Könnte man über die stillstehenden Momente doch  spannender erzählen als über die atemlosen, wenigstens hin und wieder, wollte der Tiger noch anmerken, aber die Ratte war bereits verschwunden.

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