“Die Schande der modernen Welt ist nicht die Fülle ihrer Tragödien, darin unterscheidet sie sich kaum von früheren Welten, sondern allein das unerhörte Moderieren, das unmenschliche Abmäßigen der Tragödien in der Vermittlung.” “Klar Mann. Jeder hat mal Probleme mit seiner Alten. Siehst ja echt mitgenommen aus, Alter. Noch’n Bier?”
“Die ganze Veränderung liegt im Grunde darin, dass die Werbung, mit der das Unwesentliche für sich zu interessieren sucht, so bedeutende Fortschritte an Raffinement und Plazierung gemacht hat.” “Hier ham wir ja Premiere. Scheiß Werbung, braucht doch kein Mensch.”
“Wenn man nur aufhörte, von ‘Kultur’ zu sprechen und endlich kategorisch unterschiede, was die Massen bei Laune hält, von dem, was den Versprengten (die nicht einmal eine Gemeinschaft bilden) gehört, und dass beides voneinander durch den einfachen Begriff der Kloake, des TV-Kanals für immer getrennt ist.” “Ne Alter, Premiere hamwer nur vorne. Nich auf Klo. Musste halt inne Spielpausen zum Strullern!”
“Das Weltschaugewerbe wirkt auf einmal wie ein verstaubter Zirkus, hat auf einen Schlag alle suggestive, realitätszersplitternde Macht verloren. Die in den Kästen werben und werben noch, geradezu mit todesängstlicher Anstrengung – doch das Publikum lächelt unerbittlich und milde zugleich: es glaubt einen anderen Glauben.” “Kla Mann, die ollen Kästen sind ja auch total out. Ich glaub, sone Großleinwand wie die hier is das Geilste, wasde derzeit haben kanns.”
“Das Regime der telekratischen Öffentlichkeit ist die unblutigste Gewaltherrschaft und zugleich der umfassendste Totalitarismus der Geschichte. Es braucht keine Köpfe rollen zu lassen, es macht sie überflüssig. Es kennt keine Untertanen und keine Feinde. Es kennt nur Mitwirkende, Systemkonforme.” “Haltma die Klappe jez und trink dein Bier. Gleich geht’s in die Verlängerung.”